{"id":882,"date":"2021-07-22T10:00:00","date_gmt":"2021-07-22T08:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/?p=882"},"modified":"2022-04-26T11:21:41","modified_gmt":"2022-04-26T09:21:41","slug":"metoo-machtmissbrauch-im-theater-und-dann","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/en\/metoo-machtmissbrauch-im-theater-und-dann\/","title":{"rendered":"#MeToo Machtmissbrauch im Theater \u2013 und dann?"},"content":{"rendered":"Continue reading<\/span><\/span><\/span><script type=\"text\/javascript\"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_882_1_5').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_882_1_5', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top center', relative: true, offset: [-7, 0], });<\/script> und Projektarbeit bzw. befristete Vertr\u00e4ge miteinander in Einklang zu bringen versuchen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Obwohl besonders im Theaterfeld, wie die Soziolog*innen Eikhof und Haunschild beschreiben, alle einander gegenseitig bewerten und auch Theaterleiter*innen ihrerseits unter dem Druck des Beobachtet- und Beurteiltwerdens stehen (durch Presse und Kulturpolitik), haben besonders die Theaterleitungen (aber auch bekannte Regisseur*innen) die Macht, wirksame Drohungen auszusprechen: Wer sich \u201efalsch benimmt\u201c, darf erwarten, eine negative Bewertung (z.B.: \u201eschlechte K\u00fcnstlerin\u201c, \u201eschwierig\u201c, \u201einkompetent\u201c etc.) durch den oder die Vorgesetzte*n zu erfahren \u2013 und infolgedessen bald jegliche Reputation innerhalb \u201eder gesamten Theaterwelt\u201c zu verlieren, so die durchaus glaubhafte Behauptung. Es wird gelernt, die Z\u00e4hne zusammenzubei\u00dfen, \u201edas Spiel mitzuspielen\u201c. Ein Intendant formulierte es k\u00fcrzlich im Interview mit einer Zeitung achselzuckend wie folgt: \u201eDas ist die Brutalit\u00e4t unseres Jobs. Der ist im wahrsten Sinne des Wortes asozial. Aber alle, die sich darauf einlassen, wissen davon.\u2018\u201c<span class=\"footnote_referrer\"><a role=\"button\" tabindex=\"0\" onclick=\"footnote_moveToReference_882_1('footnote_plugin_reference_882_1_6');\" onkeypress=\"footnote_moveToReference_882_1('footnote_plugin_reference_882_1_6');\" ><sup id=\"footnote_plugin_tooltip_882_1_6\" class=\"footnote_plugin_tooltip_text\">6<\/sup><\/a><span id=\"footnote_plugin_tooltip_text_882_1_6\" class=\"footnote_tooltip\">Jens Neundorff von Enzberg im Gespr\u00e4ch mit Michael Helbing: \u201eIntendant f\u00fcr Eisenach &amp; Meinungen: \u201aIch bin der falsche Feind\u2019\u201c, in: Th\u00fcringer Allgemeine, 28.11.2020, online:&nbsp;&#x2026; <span class=\"footnote_tooltip_continue\"  onclick=\"footnote_moveToReference_882_1('footnote_plugin_reference_882_1_6');\">Continue reading<\/span><\/span><\/span><script type=\"text\/javascript\"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_882_1_6').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_882_1_6', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top center', relative: true, offset: [-7, 0], });<\/script> (Es ging um die Gepflogenheit von neu antretenden Theaterleitungen, zuvor gro\u00dfe Teile des k\u00fcnstlerischen Personals auszuwechseln, sprich: die Mitarbeiter*innen und das Ensemble aus der Amtsperiode der fr\u00fcheren Leitung aus Gr\u00fcnden der \u201ek\u00fcnstlerischen Erneuerung\u201c \u2013 und weil jede Leitung \u201eeigene\u201c loyale Angestellte braucht \u2013 zu entlassen.) Dieser Merksatz aus der Theaterfolklore bedeutet: Man wei\u00df, dass es in der Theaterwelt hart zugeht \u2013 und wer damit nicht zurechtkommt, kann sich einen anderen Beruf suchen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">\u21c6<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-interview-name\">Sarah waterfeld<\/p>\n\n\n\n<p>Wir als Kollektiv <em>Staub zu Glitzer<\/em> jedenfalls und Teile der Betroffenen hatten urspr\u00fcnglich fest mit einer au\u00dferordentlichen K\u00fcndigung des Intendanten gerechnet. Die h\u00e4tte nach BGB \u00a7626 innerhalb von zwei Wochen erfolgen m\u00fcssen. Unsere kleine Gruppe hat es sehr ersch\u00fcttert, dass Anw\u00e4lt*innen entschieden, dass die vorgebrachten Anschuldigungen nicht f\u00fcr eine fristlose K\u00fcndigung reichten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr uns hie\u00df das: So etwas, diese Art der \u00dcbergriffigkeit, Diskriminierung und Herabw\u00fcrdigung <em>darf passieren<\/em>. F\u00fcr mich pers\u00f6nlich war das ein Schock. Ich w\u00fcrde gerne das Gutachten der Kanzlei sehen. Es kann nat\u00fcrlich auch sein, dass zuvor anekdotisch vorgetragene Vorw\u00fcrfe im Zuge der Verschriftlichung derma\u00dfen verw\u00e4ssert wurden, dass die Kanzlei zu gar keinem anderen Schluss gelangen konnte. Auch das interessiert mich, denn ich kenne die schriftlichen Berichte nicht.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Du sagst also einem Opfer, einer gegebenenfalls traumatisierten, ver\u00e4ngstigten Person: <em>Schreib mal alles auf. Aber bedenke, falls der Beschuldigte nachher wegen Rufmord klagt, dann ist dein Bericht schon auch Gegenstand des Gerichtsverfahrens. Und das Gerichtsverfahren ist nat\u00fcrlich \u00f6ffentlich. Das h\u00f6ren dann alle, vielleicht steht\u2018s in der Zeitung.&nbsp;&nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Ich w\u00fcrde mal sagen, nach so einer Ansage, sind die meisten schon raus. Jede*r Rechtskundige muss das so deutlich formulieren, da es der Realit\u00e4t entspricht. Wir haben das intensiv diskutiert, auch mit unserem Anwalt. Der Opferschutz in unserem Rechtssystem insgesamt ist besch\u00e4mend.&nbsp;Doch auch eine ordentliche K\u00fcndigung D\u00f6rrs erfolgte nicht. Wieder vergingen Wochen und wir bef\u00fcrchteten, dass es darauf hinauslaufen k\u00f6nnte, dass die ganze Geschichte vom Kultursenat ausgesessen wird. Danach sah es leider aus, auch, weil wir keinen Einblick in die senatsinternen Vorg\u00e4nge hatten, sich einfach niemand mehr meldete.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Auch mit dem Dreh der Reportage konnte nicht begonnen werden, da noch immer nicht genug Frauen bereit waren, daran mitzuwirken. Die Filmemacherin hatte schon monatelang recherchiert und diverse Betroffene aus anderen St\u00e4dten, von anderen Theatern gesprochen.&nbsp;Am Ende entschieden wir, in kleinem Kreis mit der <em>taz<\/em> zu sprechen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe dann das erste Gespr\u00e4ch mit der <em>taz<\/em>-Autorin Viktoria Morasch gef\u00fchrt und noch am selben Tag gab es ein erstens Online-Meeting mit Morasch, in dessen Verlauf ich erst Betroffene davon \u00fcberzeugen musste, ihre Kamera einzuschalten und ihren Namen zu nennen.&nbsp;Ich m\u00f6chte hier nochmal ganz klar sagen: Dass meine monatelange Arbeit in dem Artikel mit keiner Silbe erw\u00e4hnt wird, hat mich schwer entt\u00e4uscht. Das ist nicht feministisch. Ich habe im Anschluss noch einmal mit Morasch dazu gesprochen und sie gebeten, das wieder gutzumachen, vielleicht in einem sp\u00e4teren Hintergrundartikel, einem Interview, whatever. Sie hat sich seither nicht gemeldet.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><br>\u21c6<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-interview-name\">Anna Volkland \u2013 \u201ehelfen?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>An dieser Stelle habe ich eine Nachfrage und interveniere ausnahmsweise direkt in Deinen Bericht und spreche Dich direkt an, Sarah: Wie h\u00e4ttest Du Dir gew\u00fcnscht, dass die Rolle von <em>Staub zu Glitzer<\/em> oder aber Deine pers\u00f6nliche Rolle im <em>taz<\/em>-Artikel vom 13. M\u00e4rz (oder sp\u00e4ter) geschildert wird? Es gibt diesen \u2013 ich glaube, sehr christlichen \u2013 Satz: \u201eTue Gutes und schweige dar\u00fcber.\u201c Der ist vielleicht bei einigen von uns als Moral noch tief verankert. Gleichzeitig ist dieses Schweigensollen nat\u00fcrlich auch ein wenig eigenartig \u2026 Ich unterstelle der Journalistin erst einmal gar keine B\u00f6sartigkeit, sondern denke, dass es vielleicht auch ein St\u00fcck Hilflosigkeit ist, diese Deine\/Eure Rolle zu benennen. Es gibt, scheint mir, noch kein Narrativ f\u00fcr diejenigen, die \u2013 nicht selbst betroffen und ganz freiwillig \u2013 Anderen helfen, sich zu beschweren und sie aktivistisch begleiten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00fcrdest Du Dein\/Euer Engagement als zivilgesellschaftliche Courage bezeichnen oder solidarischen Aktivismus oder sogar eher ein \u2013 ja journalistisch schon etabliertes \u2013 Held*innen-Narrativ verwenden? Letzteres kennen wir eher in Bezug auf M\u00e4nner, etwa: \u201eEr rannte ins Feuer, die Feuerwehr war noch nicht vor Ort, und rettete \u2013 unter eigener Lebensgefahr \u2013 das bereits halb ohnm\u00e4chtige Kleinkind \u2026\u201c \u2013 Wie Du den Fall der Volksb\u00fchne beschrieben hast, gab es diese geforderte, sehr schnelle Reaktion, die ein Nachdenken \u00fcber die eigenen Gefahren tats\u00e4chlich unm\u00f6glich macht, aber gar nicht \u2013 es handelte sich im Gegenteil um einen langwierigen Prozess \u2013 und zum anderen war Dein\/Euer Leben auch nicht in Gefahr, was aber scheinbar immer wichtig ist f\u00fcr das Narrativ der \u201eselbstlosen Held*innen\u201c \u2026&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ich denke, \u201asolidarischer Aktivismus\u2019 passt als Begriff am besten, aber gleichzeitig erzeugt das bei Menschen die meisten Fragen nach der Motivation einer solchen M\u00fche f\u00fcr Andere, von der die Helfer*innen selbst gar nichts zu haben scheinen \u2026 Wie w\u00fcrdest Du also die eigene Motivation dieses Engagements beschreiben?&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-interview-name\">Sarah Waterfeld<\/p>\n\n\n\n<p> Unser Kollektiv hat sich im Jahr 2017 allein aus dem Grund gegr\u00fcndet, die Volksb\u00fchne am Rosa-Luxemburg-Platz zu reformieren und daf\u00fcr haben wir viele hunderte Partner*innen gewinnen k\u00f6nnen, denen wir bis heute eng verbunden sind. Auch seit der R\u00e4umung [der durch Dercon angeordneten polizeilichen Beendung der sogenannten Besetzung der Volksb\u00fchne im September 2017, A.V.] haben wir nichtmonet\u00e4r und ehrenamtlich an theater- und stadtpolitischen Themen gearbeitet, haben vier Monate lang ein Containerschiff in der Rummelsburger Bucht besetzt, einen alternativen Volksb\u00fchnen-Gipfel veranstaltet und die KeinHausWeniger-Gala im Festsaal Kreuzberg, haben Unterst\u00fctzer*innenlisten f\u00fcr linke Kulturprojekte erarbeitet und Menschen gewinnen k\u00f6nnen wie Donna Haraway, Elfriede Jelinek, Frigga Haug usw.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr uns ist der Zustand unserer Gesellschaft so alarmierend, dass wir es f\u00fcr unsere Pflicht halten, uns zu engagieren.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ich bin damals dem Kollektiv beigetreten, um \u00fcber den ganzen Prozess schreiben zu k\u00f6nnen, \u00fcber <a href=\"https:\/\/www.nachtkritik.de\/images\/stories\/pdf\/B6112_Broschure.pdf\">\u201eB6112\u201c<\/a>, unsere transmediale Inszenierung, die h\u00e4ufig als Besetzung bezeichnet wird. Vorher habe ich \u201etransmediale Strategien politischer Intervention\u201c an der Uni Potsdam gelehrt und hatte schon eine <a href=\"https:\/\/www.eulenspiegel.com\/autoren\/autor\/1172-sarah-waterfeld.html\">transmediale Romanreihe<\/a> verfasst. Ich sage das, um klar zu machen: Ich hatte nicht nur als Mitglied von <em>Staub zu Glitzer<\/em> ein Interesse daran, das Femwashing D\u00f6rrs an der Volksb\u00fchne zu entlarven \u2013 wir haben uns ja von Beginn an \u00f6ffentlich sehr kritisch zu seinem Programm ge\u00e4u\u00dfert. Ich hatte auch als Autorin Interesse an dem Kampf der Frauen in all seinen Details, mit all den Abgr\u00fcnden. Ich beende gerade den Roman zur Sache. Selbstverst\u00e4ndlich wissen und wussten das die Frauen, die ich begleitete. Es ist der zweite Teil meiner Volksb\u00fchnen-Trilogie. M\u00e4nner denken \u00fcbrigens immer, ich mache einen Scherz, wenn ich sage, woran ich arbeite. Sie halten eine Volksb\u00fchnen-Trilogie wohl f\u00fcr \u00fcberambitioniert. Meine Romane komponiere ich nach einer speziellen Poetik der Mimesis 2.0. Es ist demnach transmediale, engagierte und emanzipatorische Literatur. Damit will ich nur sagen, <em>den Frauen zu helfen war nicht nur die reine Selbstlosigkeit, sondern ich war auch als Literatin von Kampfeswillen und Neugierde getrieben.&nbsp;<\/em><br>Es gab tats\u00e4chlich ein, zwei Mal den Punkt, an dem ein Aufgeben im Raum stand und ich habe ganz egoistisch gedacht: Ich will, dass dieser verdammte Roman ein Happy End bekommt, wo doch schon der erste mit einer dramatischen R\u00e4umung endet.&nbsp;Es war nicht mein erster Kampf und wird auch nicht mein letzter sein.<em>&nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"> \u21c6<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-interview-name\">Sarah waterfeld<\/p>\n\n\n\n<p>Als der <em>taz<\/em>-Artikel dann endlich erschien, nachdem die Filmemacherin, mit der wir monatelang arbeiteten, ihre Rechercheergebnisse mit Morasch geteilt hatte, lie\u00df D\u00f6rr verlautbaren, die Vorw\u00fcrfe seien haltlos. Wir hatten f\u00fcr diesen Fall schon etwa zehn Tage vorher begonnen, Erstunterzeichner*innen f\u00fcr eine Petition, in der der R\u00fccktritt verlangt wurde, in Einzelgespr\u00e4chen zusammenzusuchen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Das hat viel Unruhe verursacht. Es gab dann Personen, die juristisch gegen diese Petition vorgehen wollten. Das ist dann schon nicht mehr nur antifeministisch, das ist schon antidemokratisch. Es steht selbstverst\u00e4ndlich jeder B\u00fcrger*in frei, gemeinsam mit Erstunterzeichner*innen eine Petition aufzusetzen zu egal welchem Sachverhalt, und anderen steht es frei, diese Petition zu kritisieren oder zu ignorieren oder eine Petition mit gegenteiligem Inhalt zu verfassen, oder sich anders \u00f6ffentlich zu \u00e4u\u00dfern.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die betroffenen Frauen jedenfalls, die auf einem R\u00fccktritt oder einer K\u00fcndigung D\u00f6rrs bestanden, waren extremem Druck ausgesetzt. Ich habe den allergr\u00f6\u00dften Respekt vor ihnen. <em>Und ich hoffe, dass sie sich eines Tages so sicher f\u00fchlen, wissen, dass sie aufgefangen werden in der Theatercommunity, dass sie \u00f6ffentlich \u00fcber das Erlebte sprechen k\u00f6nnen, um andere zu ermutigen, denselben Weg zu gehen und gegen Machtmissbrauch vorzugehen.<\/em><strong>&nbsp;<\/strong>Dass sie es heute noch nicht k\u00f6nnen, ist nicht ihre Schuld. Das liegt an unserer Gesellschaft.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Frage ist doch nicht nur, wie verunm\u00f6glichen wir Machtmissbrauch, sondern auch: wie k\u00f6nnen wir Arbeits-, Wohn- und Lebensr\u00e4ume schaffen, in denen Macht und Verantwortung m\u00f6glichst gleich verteilt sind, in denen alle als gleichwertige und gleichberechtigte Partizipierende wirken. Theater m\u00fcssen sich ver\u00e4ndern und ich halte \u201eB6112\u201c aktuell noch immer f\u00fcr den spannendsten Vorschlag in der Debatte. Aber wir werden sehen, was noch kommt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">\u21c6<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-interview-name has-medium-font-size\">ANNA VOLKLAND \u2013 \u201eWELCHE FREIHEIT?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die Auseinandersetzungen um Recht und Unrecht gehen in den verschiedensten gesellschaftlichen Feldern weiter. Im Feld des professionellen Theaterschaffens werden immer wieder Stimmen laut, die meinen, angesichts aktueller K\u00e4mpfe f\u00fcr bessere Arbeitsbedingungen und vor allem innerhalb der Stadttheaterlandschaft, an die alten \u201eWeisheiten\u201c der Theaterfolklore erinnern zu m\u00fcssen: Theater sei Kunst und Kunst sei kompromisslos und nicht \u201esozial\u201c, sie d\u00fcrfe nicht \u201ereguliert\u201c werden, sie m\u00fcsse \u201efrei\u201c sein, r\u00fccksichtslos sogar usw.. B\u00fcrokratisierung und gar Zensur werden gef\u00fcrchtet, die letzten <em>unangepassten Gro\u00dfgenies<\/em> argumentativ in Schutz genommen gegen eine vermeintliche <em>Kleingeistigkeit gutmenschenhafter Theateraktivist*innen<\/em>. Wie oben schon erw\u00e4hnt:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p> \u201aWer zu empfindlich ist, ist am Theater falsch\u2018 \u2013 so die Idee.&nbsp;<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Dramaturg Carl Hegemann steht als fr\u00fcherer Mitarbeiter von Frank Castorf und Christoph Schlingensief nicht unbedingt unter Verdacht, zu den vermeintlich empfindlichen Theateraktivist*innen zu geh\u00f6ren. In seinem zuerst 2018 erschienenen und jetzt in seinem neuen Buch <em>Dramaturgie des Daseins, Everday live<\/em> wieder abgedruckten Aufsatz \u201eZur\u00fcck zur Allmacht. Die sch\u00f6nste Zeit im Leben\u201c erkl\u00e4rt er allerdings, dass die Grenze zwischen Kunst und Leben zwar nicht immer ganz trennscharf zu ziehen sei, gleichzeitig aber ein wichtiger Unterschied zwischen Tyrannei und Freiheit, zwischen Grenz\u00fcberschreitungen auf und hinter der B\u00fchne bestehe und letztere auch k\u00fcnstlerisch fraglos kontraproduktiv seien:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-white-background-color has-background\">\u201eDie \u00e4sthetischen Freiheiten des sch\u00f6nen Scheins [nach Schiller] zum politischen Programm zu erkl\u00e4ren, um die Welt nach \u00e4sthetischen Kategorien zu perfektionieren, ist kein Weg zur Befreiung, sondern der Einbruch totalit\u00e4rer Gewalt. Gerade im Theater herrscht deshalb ein versch\u00e4rftes Gewaltverbot. Weil man sich im Spiel auf menschliche Abgr\u00fcnde, auf ungeb\u00e4ndigte Natur, auf unwahrscheinliche Sensationen einl\u00e4sst und das, was einem sonst einfach passiert, autonom produziert, bedarf es gro\u00dfer Sachlichkeit und N\u00fcchternheit bei der Herstellung dieser Kunstwerke. Gewaltexzesse und Psychoterror, Intimit\u00e4t und Verrat auf die B\u00fchne zu bringen, ist leichter, wenn au\u00dferhalb der B\u00fchne und bei der Herstellung des Kunstwerks (bei den Proben) Vorsicht und R\u00fccksicht herrschen, auch wenn sich Parallelen zwischen Kunst und Leben nicht immer fein s\u00e4uberlich trennen lassen. Die Exzesse der Kunst und speziell des Theaters lassen sich nur diszipliniert und m\u00f6glichst unabh\u00e4ngig von der eigenen Triebstruktur realisieren, das unterscheidet sie strukturell von den Exzessen der K\u00f6nige, die [Eli] Sagan [in \u201eTyrannei und Herrschaft\u201c] beschreibt.\u201c<span class=\"footnote_referrer\"><a role=\"button\" tabindex=\"0\" onclick=\"footnote_moveToReference_882_1('footnote_plugin_reference_882_1_7');\" onkeypress=\"footnote_moveToReference_882_1('footnote_plugin_reference_882_1_7');\" ><sup id=\"footnote_plugin_tooltip_882_1_7\" class=\"footnote_plugin_tooltip_text\">7<\/sup><\/a><span id=\"footnote_plugin_tooltip_text_882_1_7\" class=\"footnote_tooltip\">Carl Hegemann: \u201eZur\u00fcck zur Allmacht. Die sch\u00f6nste Zeit im Leben\u201c, in ders.: <em>Dramaturgie des Daseins, Everday live<\/em>, Berlin 2021, <em>S. 54f.<\/em><\/span><\/span><script type=\"text\/javascript\"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_882_1_7').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_882_1_7', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top center', relative: true, offset: [-7, 0], });<\/script><\/p>\n\n\n\n<p>Was hat nun das allem Anschein nach besonders Frauen gegen\u00fcber \u00fcbergriffige und respektlose Verhalten eines Theatermannes wie Klaus D\u00f6rr mit irgendwelchen Ideen von Kunstfreiheit zu tun? Richtig, nichts. D\u00f6rr ist auch kein K\u00fcnstler, sondern studierter Wirtschaftswissenschaftler. Das hat ihn sicherlich angreifbarer gemacht als manch anderen, der sich als (meist regief\u00fchrender) K\u00fcnstlerintendant versteht und f\u00fcr seine besondere k\u00fcnstlerische Arbeit Anerkennung genie\u00dft. Wenn D\u00f6rr auf einer Premierenfeier \u2013 vor ein paar Jahren schon, noch als Stellvertreter des Intendanten Armin Petras am Schauspiel Stuttgart \u2013 etwa einer engen Mitarbeiterin gegen\u00fcber feststellt: \u201eDu bist eine schei\u00df Assistentin, aber jeder will dich ficken.\u201c (zitiert nach: <em>taz<\/em>, 13.03.2021), bewegt er sich so eindeutig fern jeder Kunst und innerhalb einer \u201e\u00f6den Alltagsrealit\u00e4t\u201c des m\u00e4nnlichen Chauvinismus, dass selbst Bernd Stegemann (der sonst fordert, <a href=\"https:\/\/zeitung.faz.net\/faz\/feuilleton\/2021-04-09\/in-den-schuetzengraeben-der-verletzbarkeit\/594923.html\">die Probe d\u00fcrfe nicht zum korrekten Verwaltungsvorgang<\/a> werden) kaum widersprechen k\u00f6nnte. Tats\u00e4chlich sagen aber auch andere Theaterm\u00e4nner solche S\u00e4tze und auch Theaterfrauen in Machtpositionen sind nicht qua Geschlecht \u201enetter\u201c.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die (noch) \u00f6ffentlich finanzierten Theater stehen vor einer ganzen Reihe von Herausforderungen \u2013 die klassischen Themen seit Jahrzehnten bestehen immer noch in der strukturellen Unterfinanzierung und im niemals leicht zu gewinnenden Publikum. Die gute Nachricht ist: Kein Verhalten, das dazu gedacht ist, Mitarbeiter*innen einzusch\u00fcchtern, zum Schweigen, zum Funktionieren und zum Gehorsam zu bringen, muss von irgendwem akzeptiert werden. <em>Das Verschweigen und Akzeptieren von \u00dcbergriffen dient weder der Rettung der H\u00e4user noch der Kunst.\u00a0<\/em><br><br><br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-more-info-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-more-info-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-more-info-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-more-info-paragraph\"><sup>1<\/sup> <em>Anm. d. Redaktion: Sprache befindet sich im st\u00e4ndigen Wandel. Die Schreibweisen Frauen* und weiblich* galten zum Zeitpunkt der Erstellung des Textes als inklusiv f\u00fcr Menschen, die durch Sexismus strukturell benachteiligt werden. Mittlerweile werden diese Bezeichnungen aufgrund ihrer Ungenauigkeit und Reproduktion sexistischer Stereotypen im Antidiskriminierungskontext nicht mehr verwendet. Stattdessen werden Begriffe benutzt, die genauer beschreiben, wer jeweils gemeint ist \u2013 z. B. \u201eFLINTA*\u201c. In j\u00fcngeren Blog-Texten und Interviews wurde auf die Schreibweise Frauen* und weiblich* deshalb verzichtet.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-more-info-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n<div class=\"speaker-mute footnotes_reference_container\"> <div class=\"footnote_container_prepare\"><p><span role=\"button\" tabindex=\"0\" class=\"footnote_reference_container_label pointer\" onclick=\"footnote_expand_collapse_reference_container_882_1();\">References<\/span><span role=\"button\" tabindex=\"0\" class=\"footnote_reference_container_collapse_button\" style=\"display: none;\" onclick=\"footnote_expand_collapse_reference_container_882_1();\">[<a id=\"footnote_reference_container_collapse_button_882_1\">+<\/a>]<\/span><\/p><\/div> <div id=\"footnote_references_container_882_1\" style=\"\"><table class=\"footnotes_table footnote-reference-container\"><caption class=\"accessibility\">References<\/caption> <tbody> \r\n\r\n<tr class=\"footnotes_plugin_reference_row\"> <th scope=\"row\" class=\"footnote_plugin_index_combi pointer\"  onclick=\"footnote_moveToAnchor_882_1('footnote_plugin_tooltip_882_1_1');\"><a id=\"footnote_plugin_reference_882_1_1\" class=\"footnote_backlink\"><span class=\"footnote_index_arrow\"> <\/span>1<\/a><\/th> <td class=\"footnote_plugin_text\">Clever zitiert nach Erich Emigholz, \u201e30 Fragen zum Bremer \u201aTasso\u2018\u201c, in: Canaris Goethe u. a.: <em>Torquato Tasso<\/em>, S. 150 f.<\/td><\/tr>\r\n\r\n<tr class=\"footnotes_plugin_reference_row\"> <th scope=\"row\" class=\"footnote_plugin_index_combi pointer\"  onclick=\"footnote_moveToAnchor_882_1('footnote_plugin_tooltip_882_1_2');\"><a id=\"footnote_plugin_reference_882_1_2\" class=\"footnote_backlink\"><span class=\"footnote_index_arrow\"> <\/span>2<\/a><\/th> <td class=\"footnote_plugin_text\">Ebd., S. 151.<\/td><\/tr>\r\n\r\n<tr class=\"footnotes_plugin_reference_row\"> <th scope=\"row\" class=\"footnote_plugin_index_combi pointer\"  onclick=\"footnote_moveToAnchor_882_1('footnote_plugin_tooltip_882_1_3');\"><a id=\"footnote_plugin_reference_882_1_3\" class=\"footnote_backlink\"><span class=\"footnote_index_arrow\"> <\/span>3<\/a><\/th> <td class=\"footnote_plugin_text\">Zitiert nach Roswitha Schieber: <em>Peter Stein. Ein Protrait<\/em>, Berlin 2005, S. 93f.<\/td><\/tr>\r\n\r\n<tr class=\"footnotes_plugin_reference_row\"> <th scope=\"row\" class=\"footnote_plugin_index_combi pointer\"  onclick=\"footnote_moveToAnchor_882_1('footnote_plugin_tooltip_882_1_4');\"><a id=\"footnote_plugin_reference_882_1_4\" class=\"footnote_backlink\"><span class=\"footnote_index_arrow\"> <\/span>4<\/a><\/th> <td class=\"footnote_plugin_text\">Doris Eikhof\/Axel Haunschild: \u201eDie Arbeitskraft-Unternehmer. Ein Forschungsbericht \u00fcber die Arbeitswelt Theater\u201c, in: <em>Theater heute<\/em>, Heft 3, 2004, S. 4-17, hier S. 8.<\/td><\/tr>\r\n\r\n<tr class=\"footnotes_plugin_reference_row\"> <th scope=\"row\" class=\"footnote_plugin_index_combi pointer\"  onclick=\"footnote_moveToAnchor_882_1('footnote_plugin_tooltip_882_1_5');\"><a id=\"footnote_plugin_reference_882_1_5\" class=\"footnote_backlink\"><span class=\"footnote_index_arrow\"> <\/span>5<\/a><\/th> <td class=\"footnote_plugin_text\">Franz Wille: \u201e\u2019Auch Schmerz geh\u00f6rt zur Selbstverwirklichung.\u2019 Ein Gespr\u00e4ch [\u2026] mit Ulrich Khuon und den Sozialwissenschaftlern Doris Eikhof und Axel Haunschild\u201c, in: Theater heute, M\u00e4rz 2004, S. 12.<\/td><\/tr>\r\n\r\n<tr class=\"footnotes_plugin_reference_row\"> <th scope=\"row\" class=\"footnote_plugin_index_combi pointer\"  onclick=\"footnote_moveToAnchor_882_1('footnote_plugin_tooltip_882_1_6');\"><a id=\"footnote_plugin_reference_882_1_6\" class=\"footnote_backlink\"><span class=\"footnote_index_arrow\"> <\/span>6<\/a><\/th> <td class=\"footnote_plugin_text\">Jens Neundorff von Enzberg im Gespr\u00e4ch mit Michael Helbing: \u201eIntendant f\u00fcr Eisenach &amp; Meinungen: \u201aIch bin der falsche Feind\u2019\u201c, in: <em>Th\u00fcringer Allgemeine<\/em>, 28.11.2020, online: <a href=\"https:\/\/www.thueringer-allgemeine.de\/kultur\/intendant-fuer-eisenach-meiningen-ich-bin-der-falsche-feind-id231022298.html\"><span class=\"footnote_url_wrap\">https:\/\/www.thueringer-allgemeine.de\/kultur\/intendant-fuer-eisenach-meiningen-ich-bin-der-falsche-feind-id231022298.html<\/span><\/a> <em>[Inzwischen ist der Artikel online nicht mehr frei verf\u00fcgbar.]<\/em><\/td><\/tr>\r\n\r\n<tr class=\"footnotes_plugin_reference_row\"> <th scope=\"row\" class=\"footnote_plugin_index_combi pointer\"  onclick=\"footnote_moveToAnchor_882_1('footnote_plugin_tooltip_882_1_7');\"><a id=\"footnote_plugin_reference_882_1_7\" class=\"footnote_backlink\"><span class=\"footnote_index_arrow\"> <\/span>7<\/a><\/th> <td class=\"footnote_plugin_text\">Carl Hegemann: \u201eZur\u00fcck zur Allmacht. Die sch\u00f6nste Zeit im Leben\u201c, in ders.: <em>Dramaturgie des Daseins, Everday live<\/em>, Berlin 2021, <em>S. 54f.<\/em><\/td><\/tr>\r\n\r\n <\/tbody> <\/table> <\/div><\/div><script type=\"text\/javascript\"> function footnote_expand_reference_container_882_1() { jQuery('#footnote_references_container_882_1').show(); jQuery('#footnote_reference_container_collapse_button_882_1').text('\u2212'); } function footnote_collapse_reference_container_882_1() { jQuery('#footnote_references_container_882_1').hide(); jQuery('#footnote_reference_container_collapse_button_882_1').text('+'); } function footnote_expand_collapse_reference_container_882_1() { if (jQuery('#footnote_references_container_882_1').is(':hidden')) { footnote_expand_reference_container_882_1(); } else { footnote_collapse_reference_container_882_1(); } } function footnote_moveToReference_882_1(p_str_TargetID) { footnote_expand_reference_container_882_1(); var l_obj_Target = jQuery('#' + p_str_TargetID); if (l_obj_Target.length) { jQuery( 'html, body' ).delay( 0 ); jQuery('html, body').animate({ scrollTop: l_obj_Target.offset().top - window.innerHeight * 0.2 }, 380); } } function footnote_moveToAnchor_882_1(p_str_TargetID) { footnote_expand_reference_container_882_1(); var l_obj_Target = jQuery('#' + p_str_TargetID); if (l_obj_Target.length) { jQuery( 'html, body' ).delay( 0 ); jQuery('html, body').animate({ scrollTop: l_obj_Target.offset().top - window.innerHeight * 0.2 }, 380); } }<\/script>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Continue reading und Projektarbeit bzw. befristete Vertr\u00e4ge miteinander in Einklang zu bringen versuchen.&nbsp; Obwohl besonders im Theaterfeld, wie die Soziolog*innen Eikhof und Haunschild beschreiben, alle einander gegenseitig bewerten und auch Theaterleiter*innen ihrerseits unter dem Druck des Beobachtet- und Beurteiltwerdens stehen (durch Presse und Kulturpolitik), haben besonders die Theaterleitungen (aber auch bekannte Regisseur*innen) die Macht, wirksame [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":1128,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_eb_attr":"","footnotes":""},"categories":[13,1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/882"}],"collection":[{"href":"https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=882"}],"version-history":[{"count":97,"href":"https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/882\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1886,"href":"https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/882\/revisions\/1886"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1128"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=882"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=882"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=882"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}