{"id":524,"date":"2021-03-26T10:43:33","date_gmt":"2021-03-26T09:43:33","guid":{"rendered":"https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/diversitaetimfilm-2\/"},"modified":"2022-12-24T11:32:04","modified_gmt":"2022-12-24T10:32:04","slug":"empirieundstruktur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/en\/empirieundstruktur\/","title":{"rendered":"Empirie und Struktur"},"content":{"rendered":"Continue reading<\/span><\/span><\/span><script type=\"text\/javascript\"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_524_1_1').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_524_1_1', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top center', relative: true, offset: [-7, 0], });<\/script><\/p>\n\n\n\n<p>Sie schreiben, ich w\u00fcrde suggerieren, dass \u201edas Problem schon (fast) gel\u00f6st w\u00e4re\u201c. Das habe ich weder gesagt noch angedeutet. Allein wenn 7,2 Prozent der Menschen in Deutschland rassistische Einstellungen haben, wie ich referiere, hei\u00dft das, dass mindestens 5,5 Millionen Menschen Rassisten sind. Von einem gel\u00f6sten Problem kann also \u00fcberhaupt nicht die Rede sein. Rassismus nimmt ab, und Rassismus ist ein Problem. Beide Teils\u00e4tze k\u00f6nnen gleichzeitig wahr sein. Genau wie Gewalt (sogar seit Jahrhunderten) weltweit abnimmt, aber immer noch nicht verschwunden ist.<span class=\"footnote_referrer\"><a role=\"button\" tabindex=\"0\" onclick=\"footnote_moveToReference_524_1('footnote_plugin_reference_524_1_2');\" onkeypress=\"footnote_moveToReference_524_1('footnote_plugin_reference_524_1_2');\" ><sup id=\"footnote_plugin_tooltip_524_1_2\" class=\"footnote_plugin_tooltip_text\">2<\/sup><\/a><span id=\"footnote_plugin_tooltip_text_524_1_2\" class=\"footnote_tooltip\">Pinker, Steven (2011) <em>The Better Angels of our Nature. The Decline of Violence in History and Its Causes<\/em>. New York: Allen Lane<\/span><\/span><script type=\"text\/javascript\"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_524_1_2').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_524_1_2', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top center', relative: true, offset: [-7, 0], });<\/script><\/p>\n\n\n\n<p>Sie schreiben, meine Behauptung sei \u201efalsch\u201c, dass es weniger Rassismus gebe, f\u00fcgen aber keine Quellen dazu an. Problematisch ist sicher, dass wir die expliziten Einstellungen erst seit 20 Jahren messen, und daher keine perfekten Datens\u00e4tze vorliegen. Das zeigt, nebenbei bemerkt, \u00fcbrigens indirekt, dass wir uns als Gesellschaft mehr f\u00fcr Rassismus und Diskriminierung sensibilisiert haben, denn vor 30 oder mehr Jahren gab es weder regelm\u00e4\u00dfige Erhebungen noch eine Antidiskriminierungsstelle des Bundes \u2013 mit anderen Worten: Der Staat hat Diskriminierung damals offenbar nicht als ernsthaftes Problem angesehen. Neben anderen hat das Aladin El-Mafaalani in seinem Buch \u201eDas Integrationsparadox\u201c sehr anschaulich beschrieben.<span class=\"footnote_referrer\"><a role=\"button\" tabindex=\"0\" onclick=\"footnote_moveToReference_524_1('footnote_plugin_reference_524_1_3');\" onkeypress=\"footnote_moveToReference_524_1('footnote_plugin_reference_524_1_3');\" ><sup id=\"footnote_plugin_tooltip_524_1_3\" class=\"footnote_plugin_tooltip_text\">3<\/sup><\/a><span id=\"footnote_plugin_tooltip_text_524_1_3\" class=\"footnote_tooltip\">El-Mafaalani, Aladin (2018) <em>Das Integrationsparadox. Warum gelungene Integration zu mehr Konflikten f\u00fchrt. <\/em>K\u00f6ln: Kiepenheuer &amp; Witsch<\/span><\/span><script type=\"text\/javascript\"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_524_1_3').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_524_1_3', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top center', relative: true, offset: [-7, 0], });<\/script><\/p>\n\n\n\n<p>Dennoch deuten sehr viele Studien daraufhin, dass Gewalt und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit weltweit in den letzten Jahrzehnten abgenommen haben, wenn auch sicherlich nicht linear. Ronald Inglehart beispielsweise ermittelt mit Kolleginnen und Kollegen in seinem <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.worldvaluessurvey.org\/wvs.jsp\" target=\"_blank\">World Value Survey<\/a> seit etwa 40 Jahren die Werte und Einstellungen der Menschen aller Weltregionen. \u00dcber 30.000 Publikationen gehen auf diese Daten zur\u00fcck. Eine wichtige Erkenntnis ist: so gut wie alle L\u00e4nder haben zwei progressive Bewegungen vollzogen, die bis heute andauern \u2013 von einer streng religi\u00f6sen zu einer s\u00e4kularen Gesellschaft und von einer kollektivistischen zu einer individualistischen. Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit (erkennbar an Fremdenfeindlichkeit, Chauvinismus, Abwertung von bis hin zur Todesstrafe f\u00fcr Homosexualit\u00e4t etc.) ist in religi\u00f6sen und kollektivistischen L\u00e4ndern im Mittel besonders stark ausgepr\u00e4gt, in s\u00e4kular-individualistischen L\u00e4ndern wie Schweden, Japan, Griechenland und Deutschland hingegen deutlich schw\u00e4cher, vor allem aber schw\u00e4cher im Vergleich zu den Jahrzehnten zuvor.<span class=\"footnote_referrer\"><a role=\"button\" tabindex=\"0\" onclick=\"footnote_moveToReference_524_1('footnote_plugin_reference_524_1_4');\" onkeypress=\"footnote_moveToReference_524_1('footnote_plugin_reference_524_1_4');\" ><sup id=\"footnote_plugin_tooltip_524_1_4\" class=\"footnote_plugin_tooltip_text\">4<\/sup><\/a><span id=\"footnote_plugin_tooltip_text_524_1_4\" class=\"footnote_tooltip\">Inglehart, Ronald und Welzel, Christian (2005) Modernization, Cultural Change and Democracy. New York und Cambridge: Cambridge University Press, S. 141 f.; eine detaillierte Diskussion findet sich in&nbsp;&#x2026; <span class=\"footnote_tooltip_continue\"  onclick=\"footnote_moveToReference_524_1('footnote_plugin_reference_524_1_4');\">Continue reading<\/span><\/span><\/span><script type=\"text\/javascript\"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_524_1_4').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_524_1_4', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top center', relative: true, offset: [-7, 0], });<\/script><\/p>\n\n\n\n<p>Die Mitte-Studie ist ein weiterer beispielhafter Datenpunkt: Alle Einstellungen der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit sind in den letzten 15\u201320 Jahren zur\u00fcckgegangen, die meisten haben sich fast halbiert: Rassismus, Sexismus, Abwertung homosexueller Menschen, Antisemitismus (klassisch und israelbezogen), Fremdenfeindlichkeit, Muslimfeindlichkeit, und das geschlossene rechte Weltbild. Dass kein Wert \u00fcber Null liegen sollte, versteht sich von selbst. Sie erw\u00e4hnen die \u201eAbwertung asylsuchender Menschen\u201c, die bei etwa 50 Prozent liegt. Keine Frage: Auch dieser Wert f\u00e4llt 50 Prozentpunkte zu hoch aus. Allerdings wird er erst seit neun Jahren erhoben, man hat also keinen Vergleich zum Jahrzehnt davor. \u00dcbrigens ist nicht ganz unumstritten, ob man von den Fragen in der Studie tats\u00e4chlich auf diese Einstellungen schlie\u00dfen kann. Viele Kritiker, inklusive Claus Kleber in einem ARD-Interview, haben das Problem angesprochen, dass die Ablehnung der Aussage \u201eder Staat sollte bei der Pr\u00fcfung von Asylantr\u00e4gen gro\u00dfz\u00fcgig sein\u201c in der Studie ein Kriterium f\u00fcr \u201enegative Einstellungen gegen\u00fcber Asylsuchenden\u201c sein soll. Das schreibt Menschen, die meinen, der Staat solle sich exakt nach den Gesetzen richten, und daher die Frage verneinen, negative Einstellungen gegen\u00fcber Asylsuchenden zu.<\/p>\n\n\n\n<p>Selbst wenn sich dieses methodische Problem aus der Welt r\u00e4umen l\u00e4sst, deuten unabh\u00e4ngig davon andere langfristige Erhebungen auf einen positiven Trend hin. Im Sozialbericht der Bundesregierung werden die Einstellungen der Deutschen zum \u201eZuzug Schutzsuchender\u201c seit 30 Jahren ermittelt.<span class=\"footnote_referrer\"><a role=\"button\" tabindex=\"0\" onclick=\"footnote_moveToReference_524_1('footnote_plugin_reference_524_1_5');\" onkeypress=\"footnote_moveToReference_524_1('footnote_plugin_reference_524_1_5');\" ><sup id=\"footnote_plugin_tooltip_524_1_5\" class=\"footnote_plugin_tooltip_text\">5<\/sup><\/a><span id=\"footnote_plugin_tooltip_text_524_1_5\" class=\"footnote_tooltip\"><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.wzb.eu\/de\/publikationen\/datenreport\/datenreport-2018\" target=\"_blank\">Sozialbericht f\u00fcr die Bundesrepublik Deutschland 2018<\/a>, S. 407<\/span><\/span><script type=\"text\/javascript\"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_524_1_5').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_524_1_5', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top center', relative: true, offset: [-7, 0], });<\/script> Der Anteil derjenigen, die fordern, dass der Zuzug von Schutzsuchenden ganz unterbunden werden solle (einfach gesagt \u201eder rechte Rand\u201c), nahm in den letzten 25 Jahren von deutlich \u00fcber 20 Prozent auf deutlich unter 10 Prozent ab. Umgekehrt stieg der Anteil der Leute, die f\u00fcr uneingeschr\u00e4nkt offene Grenzen sind (einfach gesagt \u201eder linke Rand\u201c), von etwa 12 Prozent auf \u00fcber 25 Prozent. Der Anteil derer, die die Mittelposition eines begrenzten Zuzugs vertraten, verharrte relativ konstant bei etwa 65 Prozent.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein zweiter Grund, warum viele die positive Entwicklung falsch einsch\u00e4tzen, ist neben unserer erh\u00f6hten Sensibilisierung f\u00fcr Menschenfeindlichkeit der sogenannte \u201eConcept Creep\u201c, also die Begriffserweiterung, um die es mir im Artikel ging.<span class=\"footnote_referrer\"><a role=\"button\" tabindex=\"0\" onclick=\"footnote_moveToReference_524_1('footnote_plugin_reference_524_1_6');\" onkeypress=\"footnote_moveToReference_524_1('footnote_plugin_reference_524_1_6');\" ><sup id=\"footnote_plugin_tooltip_524_1_6\" class=\"footnote_plugin_tooltip_text\">6<\/sup><\/a><span id=\"footnote_plugin_tooltip_text_524_1_6\" class=\"footnote_tooltip\">Levari, David E. et al. (2018) \u201cPrevalence-induced Concept Change in Human Judgment\u201d <em>Science <\/em>360(6396): 1465\u20131467<\/span><\/span><script type=\"text\/javascript\"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_524_1_6').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_524_1_6', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top center', relative: true, offset: [-7, 0], });<\/script> Besonders deutlich zeigt sich die Begriffserweiterung beim Sprachwandel von W\u00f6rtern, die Ph\u00e4nomene bezeichnen, durch die jemand zu Schaden (\u201eharm\u201c) kommt, etwa \u201eMissbrauch\u201c, \u201eMobbing\u201c, \u201epsychische St\u00f6rung\u201c, \u201eTrauma\u201c, \u201eSucht\u201c, \u201eVorurteil\u201c und eben \u201eRassismus\u201c, wie Nick Haslam beispielhaft f\u00fcrs Englische gezeigt hat.<span class=\"footnote_referrer\"><a role=\"button\" tabindex=\"0\" onclick=\"footnote_moveToReference_524_1('footnote_plugin_reference_524_1_7');\" onkeypress=\"footnote_moveToReference_524_1('footnote_plugin_reference_524_1_7');\" ><sup id=\"footnote_plugin_tooltip_524_1_7\" class=\"footnote_plugin_tooltip_text\">7<\/sup><\/a><span id=\"footnote_plugin_tooltip_text_524_1_7\" class=\"footnote_tooltip\">Haslam, Nick (2016) \u201cConcept Creep: Psychology\u2019s Expanding Concepts of Harm and Pathology\u201d <em>Psychological Inquiry <\/em>27(1): 1\u201317<\/span><\/span><script type=\"text\/javascript\"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_524_1_7').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_524_1_7', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top center', relative: true, offset: [-7, 0], });<\/script><\/p>\n\n\n\n<p>Der dritte Grund f\u00fcr die Fehleinsch\u00e4tzung der Entwicklung ist die Verf\u00fcgbarkeitsheuristik: Weil wir mehr in den Medien und der \u00d6ffentlichkeit \u00fcber drastische F\u00e4lle sprechen, haben wir den Eindruck, es seien auch statistisch mehr geworden. Das ist aber oft ein Irrtum. Der schwedische Statistiker Hans Rosling hat in seiner Forschung gezeigt, dass Menschen glauben, die Welt werde immer schlechter, obwohl sie faktisch fast \u00fcberall besser geworden ist.<span class=\"footnote_referrer\"><a role=\"button\" tabindex=\"0\" onclick=\"footnote_moveToReference_524_1('footnote_plugin_reference_524_1_8');\" onkeypress=\"footnote_moveToReference_524_1('footnote_plugin_reference_524_1_8');\" ><sup id=\"footnote_plugin_tooltip_524_1_8\" class=\"footnote_plugin_tooltip_text\">8<\/sup><\/a><span id=\"footnote_plugin_tooltip_text_524_1_8\" class=\"footnote_tooltip\">Rosling, Hans (2018) <em>Factfulness. The Reasons We\u2019re Wrong about the World \u2013 and why Things are Better than you Think<\/em>. London: Sceptre, S. 3 f.<\/span><\/span><script type=\"text\/javascript\"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_524_1_8').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_524_1_8', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top center', relative: true, offset: [-7, 0], });<\/script> Besonders Intellektuelle haben einen starken \u201eNegativity Bias\u201c, wie er sagt. Das k\u00f6nnte der tiefere Grund f\u00fcr die oft zu beobachtende Abwehrhaltung gegen\u00fcber den Daten sein. Stellt man Probanden Fragen wie \u201eWie viele Menschen in der Welt haben Zugang zu Elektrizit\u00e4t?\u201c oder \u201eWie viele einj\u00e4hrige Kinder weltweit sind gegen eine Krankheit geimpft?\u201c mit den Optionen \u201e20\u201c, \u201e40\u201c und \u201e80\u201c Prozent, so kreuzen die wenigsten \u201e80 Prozent\u201c an. Das ist aber in beiden F\u00e4llen die korrekte Antwort.<span class=\"footnote_referrer\"><a role=\"button\" tabindex=\"0\" onclick=\"footnote_moveToReference_524_1('footnote_plugin_reference_524_1_9');\" onkeypress=\"footnote_moveToReference_524_1('footnote_plugin_reference_524_1_9');\" ><sup id=\"footnote_plugin_tooltip_524_1_9\" class=\"footnote_plugin_tooltip_text\">9<\/sup><\/a><span id=\"footnote_plugin_tooltip_text_524_1_9\" class=\"footnote_tooltip\">mehr hier: <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/ourworldindata.org\/\" target=\"_blank\"><span class=\"footnote_url_wrap\">https:\/\/ourworldindata.org\/<\/span><\/a><\/span><\/span><script type=\"text\/javascript\"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_524_1_9').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_524_1_9', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top center', relative: true, offset: [-7, 0], });<\/script> Rosling hat in einer Studie 12.000 Teilnehmern aus 14 L\u00e4ndern insgesamt 12 dieser Fragen gestellt. Nur eine einzige Person hat alle Fragen richtig beantwortet. Im Mittel lagen die Probanden nur in zwei von 12 F\u00e4llen richtig, weit unterhalb der Marke, die man durch blo\u00dfes Raten h\u00e4tte erreichen k\u00f6nnen. Bevor man die Statistiken nicht gesehen hat, ist man in der Tat erst skeptisch, jedenfalls ging es mir so. Interessant dabei ist: Je gebildeter die Versuchspersonen waren, desto schlechter schnitten sie in den Fragen ab. Nobelpreistr\u00e4gerinnen und Nobelpreistr\u00e4gerpreistr\u00e4ger waren in ihrer Einsch\u00e4tzung noch schlechter als Laien.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie unterstellen, ich h\u00e4tte gesagt \u201edie Rede von strukturellem Rassismus beschuldigt &#8230; jede <em>wei\u00dfe<\/em> Person, manifest rassistische Auffassungen zu haben\u201c. Das ist nicht meine Auffassung. Erstens gibt es einige klar definierte Ans\u00e4tze, die die W\u00f6rter \u201estrukturelle Ungerechtigkeit\u201c oder \u201estrukturelle Diskriminierung\u201c verwenden, etwa Elizabeth Anderson in Ihrem Buch <em>The Imperative of Integration<\/em> oder Sally Haslanger in ihrem Aufsatz \u201eRacism, Ideology, and Social Movements\u201c.<span class=\"footnote_referrer\"><a role=\"button\" tabindex=\"0\" onclick=\"footnote_moveToReference_524_1('footnote_plugin_reference_524_1_10');\" onkeypress=\"footnote_moveToReference_524_1('footnote_plugin_reference_524_1_10');\" ><sup id=\"footnote_plugin_tooltip_524_1_10\" class=\"footnote_plugin_tooltip_text\">10<\/sup><\/a><span id=\"footnote_plugin_tooltip_text_524_1_10\" class=\"footnote_tooltip\">Anderson, Elizabeth (2010) <em>The Imperative of Integration<\/em>. Princeton: Princeton University Press; Sally Haslanger (2017) \u201eRacism, Ideology, and Social Movements\u201c <em>Res Philosophica<\/em> 94, 1<\/span><\/span><script type=\"text\/javascript\"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_524_1_10').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_524_1_10', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top center', relative: true, offset: [-7, 0], });<\/script> Meiner Ansicht nach kann man diese Redeweisen aber auf die drei obengenannten Begriffe von Rassismus zur\u00fcckf\u00fchren.<span class=\"footnote_referrer\"><a role=\"button\" tabindex=\"0\" onclick=\"footnote_moveToReference_524_1('footnote_plugin_reference_524_1_11');\" onkeypress=\"footnote_moveToReference_524_1('footnote_plugin_reference_524_1_11');\" ><sup id=\"footnote_plugin_tooltip_524_1_11\" class=\"footnote_plugin_tooltip_text\">11<\/sup><\/a><span id=\"footnote_plugin_tooltip_text_524_1_11\" class=\"footnote_tooltip\">\u00e4hnlich argumentiert Iris Young in Young, Iris (1990) <em>Justice and the Politics of Difference<\/em>. Princeton: Princeton University Press.<\/span><\/span><script type=\"text\/javascript\"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_524_1_11').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_524_1_11', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top center', relative: true, offset: [-7, 0], });<\/script><\/p>\n\n\n\n<p>Vor allem aber bezog sich meine Kritik an der Redeweise \u201estruktureller Rassismus\u201c auf diffuse, weitgefasste Definitionen, die eben nicht analytisch genau oder empirisch \u00fcberpr\u00fcfbar von \u201eMacht\u201c, \u201eHierarchien\u201c, \u201eStereotypen\u201c, \u201eNormen\u201c und dergleichen sprechen. Beispielhaft habe ich eine \u201eExtremposition\u201c angesprochen, von der die \u00f6ffentliche Debatte \u201einspiriert\u201c ist und die unter anderem Robin DiAngelo in ihrem Buch <em>White Fragility<\/em> vertritt, das sich fast eine Million Mal in den USA verkauft hat. DiAngelo schreibt, jeder und jede Wei\u00dfe sei ein Rassist\/in, um gleich hinzuzuf\u00fcgen, das sei nicht wertend, sondern deskriptiv gemeint.<span class=\"footnote_referrer\"><a role=\"button\" tabindex=\"0\" onclick=\"footnote_moveToReference_524_1('footnote_plugin_reference_524_1_12');\" onkeypress=\"footnote_moveToReference_524_1('footnote_plugin_reference_524_1_12');\" ><sup id=\"footnote_plugin_tooltip_524_1_12\" class=\"footnote_plugin_tooltip_text\">12<\/sup><\/a><span id=\"footnote_plugin_tooltip_text_524_1_12\" class=\"footnote_tooltip\">DiAngelo, Robin (2018) <em>White Fragility. Why is it so Hard for White People to Talk about Racism<\/em>. Boston: Beacon Press<\/span><\/span><script type=\"text\/javascript\"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_524_1_12').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_524_1_12', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top center', relative: true, offset: [-7, 0], });<\/script> Gleichzeitig behauptet sie, offenbar wertend, Wei\u00dfe seien \u201eKomplizen\u201c in einem System von \u201eAutorit\u00e4t\u201c und \u201eKontrolle\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Weitere Beispiele f\u00fcr extrem weitgefasste Definitionen: Ibram X. Kendi schreibt in seinem Buch <em>How to be an Antiracist<\/em>, ebenfalls auf dem Weg zum Millionenbestseller, Rassismus l\u00e4ge immer dann vor, wenn Ungleichheit zwischen ethnischen Gruppen bestehe, ganz gleich, wie diese zustande gekommen sei.<span class=\"footnote_referrer\"><a role=\"button\" tabindex=\"0\" onclick=\"footnote_moveToReference_524_1('footnote_plugin_reference_524_1_13');\" onkeypress=\"footnote_moveToReference_524_1('footnote_plugin_reference_524_1_13');\" ><sup id=\"footnote_plugin_tooltip_524_1_13\" class=\"footnote_plugin_tooltip_text\">13<\/sup><\/a><span id=\"footnote_plugin_tooltip_text_524_1_13\" class=\"footnote_tooltip\">Kendi, Ibram X. (2017) <em>How to be an Antiracist<\/em>. New York: One World<\/span><\/span><script type=\"text\/javascript\"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_524_1_13').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_524_1_13', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top center', relative: true, offset: [-7, 0], });<\/script> Ein Rassist sei jeder, der nicht aktiv gegen Ungleichheit vorgehe. Ferner: \u201eRacism itself is institutional, structural, and systemic\u201c. Faktoren, die dazu beitragen, seien \u201ewritten and unwritten laws, rules, procedures, processes, regulations, and guidelines\u201c. Keith Lawrence und Terry Keleher schreiben in einem im Antirassismus-Training oft zitierten <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.intergroupresources.com\/rc\/Definitions%20of%20Racism.pdf\" target=\"_blank\">Aufsatz<\/a> \u201eStructural Racism is \u2026 a system of hierarchy and inequity, primarily characterized by white supremacy\u201c. Und Omowale Akintunde h\u00e4lt fest \u201eRacism is a systemic, societal, institutional, omnipresent, and epistemologically embedded phenomenon that pervades every vestige of our reality.\u201c<span class=\"footnote_referrer\"><a role=\"button\" tabindex=\"0\" onclick=\"footnote_moveToReference_524_1('footnote_plugin_reference_524_1_14');\" onkeypress=\"footnote_moveToReference_524_1('footnote_plugin_reference_524_1_14');\" ><sup id=\"footnote_plugin_tooltip_524_1_14\" class=\"footnote_plugin_tooltip_text\">14<\/sup><\/a><span id=\"footnote_plugin_tooltip_text_524_1_14\" class=\"footnote_tooltip\">Akintunde, Omowale (1999) \u201cWhite Racism, White Supremacy, White Privilege, and the Social Construction of Race: Moving from Modernist to Postmodernist Multiculturalism\u201d Multicultural Education 7,&nbsp;&#x2026; <span class=\"footnote_tooltip_continue\"  onclick=\"footnote_moveToReference_524_1('footnote_plugin_reference_524_1_14');\">Continue reading<\/span><\/span><\/span><script type=\"text\/javascript\"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_524_1_14').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_524_1_14', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top center', relative: true, offset: [-7, 0], });<\/script><\/p>\n\n\n\n<p>Diese beispielhaften Thesen sind nicht auf die US-amerikanischen Diskussion beschr\u00e4nkt, sondern verbreiten sich \u2013 wie fast alle Themen \u2013 auch in der deutschen. \u201eStruktur\u201c und \u201eSystem\u201c sind darin oft Plastikw\u00f6rter, die gelehrt klingen, aber so gut wie nie klar definiert sind und daher omin\u00f6s bleiben.<span class=\"footnote_referrer\"><a role=\"button\" tabindex=\"0\" onclick=\"footnote_moveToReference_524_1('footnote_plugin_reference_524_1_15');\" onkeypress=\"footnote_moveToReference_524_1('footnote_plugin_reference_524_1_15');\" ><sup id=\"footnote_plugin_tooltip_524_1_15\" class=\"footnote_plugin_tooltip_text\">15<\/sup><\/a><span id=\"footnote_plugin_tooltip_text_524_1_15\" class=\"footnote_tooltip\">P\u00f6rksen, Uwe (1988) <em>Plastikw\u00f6rter: Die Sprache einer internationalen Diktatur<\/em>. Stuttgart: Klett Cotta<\/span><\/span><script type=\"text\/javascript\"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_524_1_15').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_524_1_15', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top center', relative: true, offset: [-7, 0], });<\/script> Der ontologische Status von so unterschiedlichen Entit\u00e4ten wie Regeln, Gesetzen, Hierarchien, Kontrolle, Ungleichheit und Prozeduren bleibt ebenfalls v\u00f6llig unklar.<span class=\"footnote_referrer\"><a role=\"button\" tabindex=\"0\" onclick=\"footnote_moveToReference_524_1('footnote_plugin_reference_524_1_16');\" onkeypress=\"footnote_moveToReference_524_1('footnote_plugin_reference_524_1_16');\" ><sup id=\"footnote_plugin_tooltip_524_1_16\" class=\"footnote_plugin_tooltip_text\">16<\/sup><\/a><span id=\"footnote_plugin_tooltip_text_524_1_16\" class=\"footnote_tooltip\">Ein sch\u00f6ner \u00dcberblick \u00fcber weitere verschiedene Extrempositionen oder weite Verwendungen des Begriffs in der US-Debatte findet sich hier:&nbsp;&#x2026; <span class=\"footnote_tooltip_continue\"  onclick=\"footnote_moveToReference_524_1('footnote_plugin_reference_524_1_16');\">Continue reading<\/span><\/span><\/span><script type=\"text\/javascript\"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_524_1_16').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_524_1_16', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top center', relative: true, offset: [-7, 0], });<\/script> Man kann selbstverst\u00e4ndlich so sprechen, wie ich in der Kolumne ja anmerke, weil niemand ein Patentrecht auf theoretische Begriffe hat. Aber ob diese Redeweise irgendetwas erhellt, halte ich f\u00fcr fraglich.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie selbst schreiben in Ihrem offenen Brief: \u201eStrukturen sind schlichtweg gr\u00f6\u00dfer und m\u00e4chtiger als jede Einzelne, sie werden von der Sprache getragen, von Narrativen, Mythen und kulturellen Traditionen, von Institutionen (Bildungsinstitutionen, aber auch Familie) und schlagen sich im Alltagshandeln nieder.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Genau das halte ich f\u00fcr eine diffuse Definition. Erstens m\u00fcssen es Menschen, also Individuen sein, die Narrative (Geschichten?) erz\u00e4hlen, in Bildungseinrichtungen arbeiten und in Familien leben. Also geht es am Ende um die bewussten und unbewussten Einstellungen von Individuen. Wieder stellt sich die Frage, was an \u201eStrukturellem\u201c zus\u00e4tzlich \u00fcbrigbliebe, w\u00fcrde man die drei obengenannten Formen von bewusstem, unbewusstem und institutionellem Rassismus eliminieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Zweitens hat die Rede von \u201eStrukturen\u201c auch allerlei praktische Konsequenzen sowohl f\u00fcr die wissenschaftliche als auch f\u00fcr die \u00f6ffentliche Diskussion. Wenn der Rassismus-Begriff weit gefasst ist, verwischt man die m\u00fchsam erarbeiteten analytischen Unterschiede, die die quantitativen Sozialwissenschaften f\u00fcr die Forschung ben\u00f6tigen. Davon h\u00e4ngen n\u00e4mlich unmittelbar die sinnvollen Policy-Ma\u00dfnahmen der Politik ab. Wenn beispielsweise sowohl unzureichende Sprachkenntnisse als auch Diskriminierung Faktoren sind, die den Bildungserfolg mindern, dann muss der Staat beides tun: Diskriminierung bek\u00e4mpfen, etwa mit Aufkl\u00e4rung, und Sprachkurse anbieten und ausbauen, anstatt alles unter \u201estrukturelle Diskriminierung\u201c zu verbuchen. Zudem kann man Strukturen moralisch nicht verantwortlich machen, sondern nur Menschen f\u00fcr ihre Handlungen in diesen \u201eStrukturen\u201c. Mein Eindruck ist sogar: Die Rede von \u201eStrukturen\u201c entlastet eher von der Verantwortung, denn Menschen k\u00f6nnen sich jetzt f\u00fcr ihr Handeln herausreden. Ferner entwertet die weite Verwendung von Rassismus den moralischen Vorwurf, der mit der Bezeichnung \u201eRassist\u201c einhergeht. Und: Menschen au\u00dferhalb der Geistes- und Sozialwissenschaften denken \u00e4u\u00dferst selten in Kategorien des \u201eSystems\u201c und der \u201eStruktur\u201c. Viele der etwa 83 Prozent der Menschen in Deutschland, die keinen akademischen Abschluss haben und die akademischen Sprachspiele gar nicht kennen, werden den Vorwurf \u201eRassismus\u201c als einen Vorwurf gegen\u00fcber dem Charakter verstehen, der verst\u00e4ndlicherweise moralisch und emotional extrem aufgeladen ist. Wie Elisabeth Anderson feststellt, f\u00fchrt der begrifflich weit gefasste Vorwurf, der aber eng interpretiert wird, eher zu Trotz, Unverst\u00e4ndnis oder schlicht dazu, dass die Menschen das Thema nicht ernst nehmen.<span class=\"footnote_referrer\"><a role=\"button\" tabindex=\"0\" onclick=\"footnote_moveToReference_524_1('footnote_plugin_reference_524_1_17');\" onkeypress=\"footnote_moveToReference_524_1('footnote_plugin_reference_524_1_17');\" ><sup id=\"footnote_plugin_tooltip_524_1_17\" class=\"footnote_plugin_tooltip_text\">17<\/sup><\/a><span id=\"footnote_plugin_tooltip_text_524_1_17\" class=\"footnote_tooltip\">Anderson, Elizabeth (2010) <em>The Imperative of Integration<\/em>. Princeton: Princeton University Press, S. 48 f.<\/span><\/span><script type=\"text\/javascript\"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_524_1_17').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_524_1_17', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top center', relative: true, offset: [-7, 0], });<\/script><\/p>\n\n\n\n<p>Sie schreiben von den Vorteilen, die Menschen aus der Mittel- und Oberschicht (oder Mittel- und Oberklasse) haben. Das halte ich wie Sie f\u00fcr ein Gerechtigkeitsproblem. In Deutschland sind Menschen mit Migrationsgeschichte \u00fcberproportional in den einkommensschw\u00e4cheren Schichten (oder Klassen) zu finden. Das f\u00fchrt zu etlichen Nachteilen und \u201eFolgekosten\u201c in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Arbeit und in anderen. In Deutschland sind die Bildungs- und die \u00f6konomischen Aufstiegschancen beispielsweise deutlich schlechter als in den meisten OECD-L\u00e4ndern.<span class=\"footnote_referrer\"><a role=\"button\" tabindex=\"0\" onclick=\"footnote_moveToReference_524_1('footnote_plugin_reference_524_1_18');\" onkeypress=\"footnote_moveToReference_524_1('footnote_plugin_reference_524_1_18');\" ><sup id=\"footnote_plugin_tooltip_524_1_18\" class=\"footnote_plugin_tooltip_text\">18<\/sup><\/a><span id=\"footnote_plugin_tooltip_text_524_1_18\" class=\"footnote_tooltip\">Ein ern\u00fcchternder \u00dcberblick \u00fcber die Lage findet sich hier: <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.bundestag.de\/resource\/blob\/634368\/071d34cdd0f392f049f3cc4894f2b61e\/WD-9-095-18-pdf-data.pdf\" target=\"_blank\"><span class=\"footnote_url_wrap\">https:\/\/www.bundestag.de\/resource\/blob\/634368\/071d34cdd0f392f049f3cc4894f2b61e\/WD-9-095-18-pdf-data.pdf<\/span><\/a><\/span><\/span><script type=\"text\/javascript\"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_524_1_18').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_524_1_18', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top center', relative: true, offset: [-7, 0], });<\/script> Das trifft allerdings alle Menschen unterhalb der Mittelklasse und dabei handelt es sich, wenn man es als Diskriminierung konzeptualisieren will, um eine Diskriminierung <em>aufgrund<\/em> <em>der Klasse oder sozialen Schicht <\/em>(was im Grundgesetz \u00fcbrigens erstaunlicherweise gar nicht als Diskriminierungsgrund genannt ist) und nicht um eine rassistische Diskriminierung, also eine <em>aufgrund der Herkunft oder Ethnie<\/em>. Ungleichheit ist oft eine Form von Ungerechtigkeit, die immer moralisch falsch ist. Aber nicht jede Ungleichheit, die statistisch \u00fcberproportional eine Gruppe betrifft, ist eine Ungerechtigkeit und schon gar nicht eine des \u201estrukturellen Rassismus\u201c. Dass f\u00fcr einen Teil der Menschen mit Migrationsgeschichte zus\u00e4tzlich zu Nachteilen durch Klassenzugeh\u00f6rigkeit au\u00dferdem noch rassistische Diskriminierung hinzukommt, macht ihre Situation besonders schwierig. Um das zu \u00e4ndern, muss man (und vor allem die Politik) aber differenzieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Meine Vermutung: Weil \u201eRassismus\u201c ein \u201emorally thick concept\u201c ist, ein Begriff also, der ein deskriptives Element (\u201edas und das ist Rassismus\u201c) und ein normatives Element (\u201eRassismus ist moralisch schlecht\u201c) enth\u00e4lt, wollen einige alle Formen der Ungleichheit, die sie f\u00fcr moralisch falsch halten, dem deskriptiven Teil zuordnen, um sie dann moralisch verurteilen zu k\u00f6nnen. Mit dem Verfahren geht man in gewisser Weise auf Nummer sicher, weil man keine \u201efalschen Negative\u201c hat, wie die Statistiker sagen, also F\u00e4lle von rassistischer Diskriminierung, die man \u00fcbersieht. Man produziert aber \u201efalsche Positive\u201c, indem man Ungleichheiten, die gar nicht auf Rassismus in den drei genannten Lesarten zur\u00fcckgehen, als Indikator f\u00fcr Rassismus ansieht. Tats\u00e4chlich kann man ungerechte Ungleichheit, die \u00fcberproportional Menschen mit Migrationsgeschichte trifft, auch unabh\u00e4ngig davon moralisch kritisieren. Daf\u00fcr muss man in jedem Fall beim Output (Ungleichheit) ansetzen, um dann den Input genauer zu untersuchen. Und da hilft ein diffuser Begriff, wie gesagt, nicht weiter.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie behaupten, ich w\u00fcrde \u201eimplizit Menschsein mit Wei\u00dfsein\u201c gleichsetzen. Das ist eine starke Unterstellung, die an eine Verleumdung grenzt. Sie gibt in keiner Weise meine Auffassung wieder. Ich bezog mich auf Ans\u00e4tze, die behaupten, alle Menschen (jeder Hautfarbe und Herkunft) seien Rassisten, weil sie Stereotype \u00fcber andere Gruppen kennen w\u00fcrden (oder nach ihnen urteilten), beziehungsweise noch weiter gefasst: weil sie im h\u00f6chst umstrittenen Implicit Association Test (IAT) nicht neutral abschnitten. Aber in der Tat fehlte da im Text ein Halbsatz, der den Anschluss zu den Stereotypen eindeutig herstellt, sodass man auch denken konnte, ich bez\u00f6ge mich auf die weiter oben referierte Extremposition.<\/p>\n\n\n\n<p>In den USA wird dieselbe Debatte nat\u00fcrlich viel ausf\u00fchrlicher gef\u00fchrt. Wie es der Zufall so will, hat John McWhorter vor wenigen Tagen einen <a href=\"https:\/\/www.theatlantic.com\/ideas\/archive\/2021\/03\/nation-divided-language\/618461\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Essay<\/a> zu exakt demselben Thema mit exakt denselben Beispielen, Problemen und Argumenten wie in meiner Kolumne ver\u00f6ffentlicht. Das f\u00fchrt mich zu Ihrer Frage \u201eWer genau kann einen solchen Standpunkt \u00fcberhaupt diskutieren?\u201c. Meine Antwort lautet: Jede oder jeder, am besten mit empirischen Studien und klaren Begriffen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ihre Fragen und der erkenntnistheoretische Relativismus, der dabei vielleicht mitschwingt, bringen mich zum letzten Punkt. So gerne ich, wie man sieht, \u00fcber Begriffsfragen ausf\u00fchrlich diskutiere, ist es doch befremdlich, dass Sie mit einem offenen Brief auf eine Kolumne reagiert haben, anstatt mich direkt anzuschreiben. Niemand wird nach kritischen Texten zur Willensfreiheit, Molekularbiologie oder zum Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg aufgefordert, auf einen offenen Brief zu antworten. Ich habe es getan, weil die Vorw\u00fcrfe im Raum standen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ihr Vorgehen sendet aber das falsche Signal, vor allem an die Studentinnen und Studenten der UdK, die jetzt den Eindruck bekommen m\u00fcssen, die Universit\u00e4t sei nicht der Ort des freien Austauschs von Argumenten und Ideen, sondern vielmehr ein Ort, an dem eine (scheinbar?) abweichende Positionen dazu f\u00fchrt, dass man sich coram publico verteidigen muss.<\/p>\n\n\n\n<p>So wichtig Diversit\u00e4t der Biographien ist, f\u00fcr die wir uns alle einsetzen, die Diversit\u00e4t der Theorien und Argumente darf man daf\u00fcr nicht opfern, auch wenn man glaubt, f\u00fcr eine gute Sache zu streiten. Aber vielleicht tr\u00e4gt unsere kleine Unterhaltung dazu bei, das Feld der Standpunkte zu erweitern oder gar neu zu bestellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit besten Gr\u00fc\u00dfen<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-more-info-paragraph\">Philipp H\u00fcbl<\/p>\n\n\n\n<p><div class=\"speaker-mute footnotes_reference_container\"> <div class=\"footnote_container_prepare\"><p><span role=\"button\" tabindex=\"0\" class=\"footnote_reference_container_label pointer\" onclick=\"footnote_expand_collapse_reference_container_524_1();\">References<\/span><span role=\"button\" tabindex=\"0\" class=\"footnote_reference_container_collapse_button\" style=\"display: none;\" onclick=\"footnote_expand_collapse_reference_container_524_1();\">[<a id=\"footnote_reference_container_collapse_button_524_1\">+<\/a>]<\/span><\/p><\/div> <div id=\"footnote_references_container_524_1\" style=\"\"><table class=\"footnotes_table footnote-reference-container\"><caption class=\"accessibility\">References<\/caption> <tbody> \r\n\r\n<tr class=\"footnotes_plugin_reference_row\"> <th scope=\"row\" class=\"footnote_plugin_index_combi pointer\"  onclick=\"footnote_moveToAnchor_524_1('footnote_plugin_tooltip_524_1_1');\"><a id=\"footnote_plugin_reference_524_1_1\" class=\"footnote_backlink\"><span class=\"footnote_index_arrow\"> <\/span>1<\/a><\/th> <td class=\"footnote_plugin_text\">Deutsche und europ\u00e4ische Studien dazu finden sie hier: <a href=\"https:\/\/dip21.bundestag.de\/dip21\/btd\/18\/119\/1811970.pdf\"><span class=\"footnote_url_wrap\">https:\/\/dip21.bundestag.de\/dip21\/btd\/18\/119\/1811970.pdf<\/span><\/a> (S. 79 f.); <a href=\"https:\/\/www.bpb.de\/politik\/extremismus\/antisemitismus\/269248\/antisemitismus-bei-muslimen\"><span class=\"footnote_url_wrap\">https:\/\/www.bpb.de\/politik\/extremismus\/antisemitismus\/269248\/antisemitismus-bei-muslimen<\/span><\/a>; <a href=\"https:\/\/fra.europa.eu\/sites\/default\/files\/fra_uploads\/fra-2017-antisemitism-update-2006-2016_en.pdf\"><span class=\"footnote_url_wrap\">https:\/\/fra.europa.eu\/sites\/default\/files\/fra_uploads\/fra-2017-antisemitism-update-2006-2016_en.pdf<\/span><\/a><\/td><\/tr>\r\n\r\n<tr class=\"footnotes_plugin_reference_row\"> <th scope=\"row\" class=\"footnote_plugin_index_combi pointer\"  onclick=\"footnote_moveToAnchor_524_1('footnote_plugin_tooltip_524_1_2');\"><a id=\"footnote_plugin_reference_524_1_2\" class=\"footnote_backlink\"><span class=\"footnote_index_arrow\"> <\/span>2<\/a><\/th> <td class=\"footnote_plugin_text\">Pinker, Steven (2011) <em>The Better Angels of our Nature. The Decline of Violence in History and Its Causes<\/em>. New York: Allen Lane<\/td><\/tr>\r\n\r\n<tr class=\"footnotes_plugin_reference_row\"> <th scope=\"row\" class=\"footnote_plugin_index_combi pointer\"  onclick=\"footnote_moveToAnchor_524_1('footnote_plugin_tooltip_524_1_3');\"><a id=\"footnote_plugin_reference_524_1_3\" class=\"footnote_backlink\"><span class=\"footnote_index_arrow\"> <\/span>3<\/a><\/th> <td class=\"footnote_plugin_text\">El-Mafaalani, Aladin (2018) <em>Das Integrationsparadox. Warum gelungene Integration zu mehr Konflikten f\u00fchrt. <\/em>K\u00f6ln: Kiepenheuer &amp; Witsch<\/td><\/tr>\r\n\r\n<tr class=\"footnotes_plugin_reference_row\"> <th scope=\"row\" class=\"footnote_plugin_index_combi pointer\"  onclick=\"footnote_moveToAnchor_524_1('footnote_plugin_tooltip_524_1_4');\"><a id=\"footnote_plugin_reference_524_1_4\" class=\"footnote_backlink\"><span class=\"footnote_index_arrow\"> <\/span>4<\/a><\/th> <td class=\"footnote_plugin_text\">Inglehart, Ronald und Welzel, Christian (2005) <em>Modernization, Cultural Change and Democrac<\/em>y. New York und Cambridge: Cambridge University Press, S. 141 f.; eine detaillierte Diskussion findet sich in H\u00fcbl, Philipp (2019) <em>Die aufgeregte Gesellschaft. Wie Emotionen unsere Werte pr\u00e4gen und die Polarisierung verst\u00e4rken.<\/em> M\u00fcnchen: C. Bertelsmann, S. 133 f.<\/td><\/tr>\r\n\r\n<tr class=\"footnotes_plugin_reference_row\"> <th scope=\"row\" class=\"footnote_plugin_index_combi pointer\"  onclick=\"footnote_moveToAnchor_524_1('footnote_plugin_tooltip_524_1_5');\"><a id=\"footnote_plugin_reference_524_1_5\" class=\"footnote_backlink\"><span class=\"footnote_index_arrow\"> <\/span>5<\/a><\/th> <td class=\"footnote_plugin_text\"><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.wzb.eu\/de\/publikationen\/datenreport\/datenreport-2018\" target=\"_blank\">Sozialbericht f\u00fcr die Bundesrepublik Deutschland 2018<\/a>, S. 407<\/td><\/tr>\r\n\r\n<tr class=\"footnotes_plugin_reference_row\"> <th scope=\"row\" class=\"footnote_plugin_index_combi pointer\"  onclick=\"footnote_moveToAnchor_524_1('footnote_plugin_tooltip_524_1_6');\"><a id=\"footnote_plugin_reference_524_1_6\" class=\"footnote_backlink\"><span class=\"footnote_index_arrow\"> <\/span>6<\/a><\/th> <td class=\"footnote_plugin_text\">Levari, David E. et al. (2018) \u201cPrevalence-induced Concept Change in Human Judgment\u201d <em>Science <\/em>360(6396): 1465\u20131467<\/td><\/tr>\r\n\r\n<tr class=\"footnotes_plugin_reference_row\"> <th scope=\"row\" class=\"footnote_plugin_index_combi pointer\"  onclick=\"footnote_moveToAnchor_524_1('footnote_plugin_tooltip_524_1_7');\"><a id=\"footnote_plugin_reference_524_1_7\" class=\"footnote_backlink\"><span class=\"footnote_index_arrow\"> <\/span>7<\/a><\/th> <td class=\"footnote_plugin_text\">Haslam, Nick (2016) \u201cConcept Creep: Psychology\u2019s Expanding Concepts of Harm and Pathology\u201d <em>Psychological Inquiry <\/em>27(1): 1\u201317<\/td><\/tr>\r\n\r\n<tr class=\"footnotes_plugin_reference_row\"> <th scope=\"row\" class=\"footnote_plugin_index_combi pointer\"  onclick=\"footnote_moveToAnchor_524_1('footnote_plugin_tooltip_524_1_8');\"><a id=\"footnote_plugin_reference_524_1_8\" class=\"footnote_backlink\"><span class=\"footnote_index_arrow\"> <\/span>8<\/a><\/th> <td class=\"footnote_plugin_text\">Rosling, Hans (2018) <em>Factfulness. The Reasons We\u2019re Wrong about the World \u2013 and why Things are Better than you Think<\/em>. London: Sceptre, S. 3 f.<\/td><\/tr>\r\n\r\n<tr class=\"footnotes_plugin_reference_row\"> <th scope=\"row\" class=\"footnote_plugin_index_combi pointer\"  onclick=\"footnote_moveToAnchor_524_1('footnote_plugin_tooltip_524_1_9');\"><a id=\"footnote_plugin_reference_524_1_9\" class=\"footnote_backlink\"><span class=\"footnote_index_arrow\"> <\/span>9<\/a><\/th> <td class=\"footnote_plugin_text\">mehr hier: <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/ourworldindata.org\/\" target=\"_blank\"><span class=\"footnote_url_wrap\">https:\/\/ourworldindata.org\/<\/span><\/a><\/td><\/tr>\r\n\r\n<tr class=\"footnotes_plugin_reference_row\"> <th scope=\"row\" class=\"footnote_plugin_index_combi pointer\"  onclick=\"footnote_moveToAnchor_524_1('footnote_plugin_tooltip_524_1_10');\"><a id=\"footnote_plugin_reference_524_1_10\" class=\"footnote_backlink\"><span class=\"footnote_index_arrow\"> <\/span>10<\/a><\/th> <td class=\"footnote_plugin_text\">Anderson, Elizabeth (2010) <em>The Imperative of Integration<\/em>. Princeton: Princeton University Press; Sally Haslanger (2017) \u201eRacism, Ideology, and Social Movements\u201c <em>Res Philosophica<\/em> 94, 1<\/td><\/tr>\r\n\r\n<tr class=\"footnotes_plugin_reference_row\"> <th scope=\"row\" class=\"footnote_plugin_index_combi pointer\"  onclick=\"footnote_moveToAnchor_524_1('footnote_plugin_tooltip_524_1_11');\"><a id=\"footnote_plugin_reference_524_1_11\" class=\"footnote_backlink\"><span class=\"footnote_index_arrow\"> <\/span>11<\/a><\/th> <td class=\"footnote_plugin_text\">\u00e4hnlich argumentiert Iris Young in Young, Iris (1990) <em>Justice and the Politics of Difference<\/em>. Princeton: Princeton University Press.<\/td><\/tr>\r\n\r\n<tr class=\"footnotes_plugin_reference_row\"> <th scope=\"row\" class=\"footnote_plugin_index_combi pointer\"  onclick=\"footnote_moveToAnchor_524_1('footnote_plugin_tooltip_524_1_12');\"><a id=\"footnote_plugin_reference_524_1_12\" class=\"footnote_backlink\"><span class=\"footnote_index_arrow\"> <\/span>12<\/a><\/th> <td class=\"footnote_plugin_text\">DiAngelo, Robin (2018) <em>White Fragility. Why is it so Hard for White People to Talk about Racism<\/em>. Boston: Beacon Press<\/td><\/tr>\r\n\r\n<tr class=\"footnotes_plugin_reference_row\"> <th scope=\"row\" class=\"footnote_plugin_index_combi pointer\"  onclick=\"footnote_moveToAnchor_524_1('footnote_plugin_tooltip_524_1_13');\"><a id=\"footnote_plugin_reference_524_1_13\" class=\"footnote_backlink\"><span class=\"footnote_index_arrow\"> <\/span>13<\/a><\/th> <td class=\"footnote_plugin_text\">Kendi, Ibram X. (2017) <em>How to be an Antiracist<\/em>. New York: One World<\/td><\/tr>\r\n\r\n<tr class=\"footnotes_plugin_reference_row\"> <th scope=\"row\" class=\"footnote_plugin_index_combi pointer\"  onclick=\"footnote_moveToAnchor_524_1('footnote_plugin_tooltip_524_1_14');\"><a id=\"footnote_plugin_reference_524_1_14\" class=\"footnote_backlink\"><span class=\"footnote_index_arrow\"> <\/span>14<\/a><\/th> <td class=\"footnote_plugin_text\">Akintunde, Omowale (1999) \u201cWhite Racism, White Supremacy, White Privilege, and the Social Construction of Race: Moving from Modernist to Postmodernist Multiculturalism\u201d <em>Multicultural Education<\/em> 7, 2: 1<\/td><\/tr>\r\n\r\n<tr class=\"footnotes_plugin_reference_row\"> <th scope=\"row\" class=\"footnote_plugin_index_combi pointer\"  onclick=\"footnote_moveToAnchor_524_1('footnote_plugin_tooltip_524_1_15');\"><a id=\"footnote_plugin_reference_524_1_15\" class=\"footnote_backlink\"><span class=\"footnote_index_arrow\"> <\/span>15<\/a><\/th> <td class=\"footnote_plugin_text\">P\u00f6rksen, Uwe (1988) <em>Plastikw\u00f6rter: Die Sprache einer internationalen Diktatur<\/em>. Stuttgart: Klett Cotta<\/td><\/tr>\r\n\r\n<tr class=\"footnotes_plugin_reference_row\"> <th scope=\"row\" class=\"footnote_plugin_index_combi pointer\"  onclick=\"footnote_moveToAnchor_524_1('footnote_plugin_tooltip_524_1_16');\"><a id=\"footnote_plugin_reference_524_1_16\" class=\"footnote_backlink\"><span class=\"footnote_index_arrow\"> <\/span>16<\/a><\/th> <td class=\"footnote_plugin_text\">Ein sch\u00f6ner \u00dcberblick \u00fcber weitere verschiedene Extrempositionen oder weite Verwendungen des Begriffs in der US-Debatte findet sich hier: <a href=\"https:\/\/edition.cnn.com\/2020\/06\/20\/us\/racist-google-question-blake\/index.html\"><span class=\"footnote_url_wrap\">https:\/\/edition.cnn.com\/2020\/06\/20\/us\/racist-google-question-blake\/index.html<\/span><\/a><\/td><\/tr>\r\n\r\n<tr class=\"footnotes_plugin_reference_row\"> <th scope=\"row\" class=\"footnote_plugin_index_combi pointer\"  onclick=\"footnote_moveToAnchor_524_1('footnote_plugin_tooltip_524_1_17');\"><a id=\"footnote_plugin_reference_524_1_17\" class=\"footnote_backlink\"><span class=\"footnote_index_arrow\"> <\/span>17<\/a><\/th> <td class=\"footnote_plugin_text\">Anderson, Elizabeth (2010) <em>The Imperative of Integration<\/em>. Princeton: Princeton University Press, S. 48 f.<\/td><\/tr>\r\n\r\n<tr class=\"footnotes_plugin_reference_row\"> <th scope=\"row\" class=\"footnote_plugin_index_combi pointer\"  onclick=\"footnote_moveToAnchor_524_1('footnote_plugin_tooltip_524_1_18');\"><a id=\"footnote_plugin_reference_524_1_18\" class=\"footnote_backlink\"><span class=\"footnote_index_arrow\"> <\/span>18<\/a><\/th> <td class=\"footnote_plugin_text\">Ein ern\u00fcchternder \u00dcberblick \u00fcber die Lage findet sich hier: <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.bundestag.de\/resource\/blob\/634368\/071d34cdd0f392f049f3cc4894f2b61e\/WD-9-095-18-pdf-data.pdf\" target=\"_blank\"><span class=\"footnote_url_wrap\">https:\/\/www.bundestag.de\/resource\/blob\/634368\/071d34cdd0f392f049f3cc4894f2b61e\/WD-9-095-18-pdf-data.pdf<\/span><\/a><\/td><\/tr>\r\n\r\n <\/tbody> <\/table> <\/div><\/div><script type=\"text\/javascript\"> function footnote_expand_reference_container_524_1() { jQuery('#footnote_references_container_524_1').show(); jQuery('#footnote_reference_container_collapse_button_524_1').text('\u2212'); } function footnote_collapse_reference_container_524_1() { jQuery('#footnote_references_container_524_1').hide(); jQuery('#footnote_reference_container_collapse_button_524_1').text('+'); } function footnote_expand_collapse_reference_container_524_1() { if (jQuery('#footnote_references_container_524_1').is(':hidden')) { footnote_expand_reference_container_524_1(); } else { footnote_collapse_reference_container_524_1(); } } function footnote_moveToReference_524_1(p_str_TargetID) { footnote_expand_reference_container_524_1(); var l_obj_Target = jQuery('#' + p_str_TargetID); if (l_obj_Target.length) { jQuery( 'html, body' ).delay( 0 ); jQuery('html, body').animate({ scrollTop: l_obj_Target.offset().top - window.innerHeight * 0.2 }, 380); } } function footnote_moveToAnchor_524_1(p_str_TargetID) { footnote_expand_reference_container_524_1(); var l_obj_Target = jQuery('#' + p_str_TargetID); if (l_obj_Target.length) { jQuery( 'html, body' ).delay( 0 ); jQuery('html, body').animate({ scrollTop: l_obj_Target.offset().top - window.innerHeight * 0.2 }, 380); } }<\/script><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<div id=\"ez-toc-container\" class=\"ez-toc-v2_0_79_2 counter-hierarchy ez-toc-counter ez-toc-custom ez-toc-container-direction\">\n<div class=\"ez-toc-title-container\"><p class=\"ez-toc-title\" style=\"cursor:inherit\">Contents<\/p>\n<\/div><nav><ul class='ez-toc-list ez-toc-list-level-1 ' ><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-1\" href=\"https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/en\/empirieundstruktur\/#Brief_von_Henrike_Lehnguth_und_Kathrin_Peters_an_Philipp_Hubl_14421\" >Brief von Henrike Lehnguth und Kathrin Peters an Philipp H\u00fcbl (14.4.21)<\/a><\/li><\/ul><\/nav><\/div>\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"fb3\"><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Brief_von_Henrike_Lehnguth_und_Kathrin_Peters_an_Philipp_Hubl_14421\"><\/span>Brief von Henrike Lehnguth und Kathrin Peters an Philipp H\u00fcbl (14.4.21)<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n\n\n\n<p id=\"fb3\">\u201eThat life is complicated may seem a banal expression of the obvious, but it is nonetheless a profound theoretical statement \u2013 perhaps the most important theoretical statement of our time.\u201d (Avery Gordon)<\/p>\n\n\n\n<p>Lieber Herr H\u00fcbl,<\/p>\n\n\n\n<p>Ihre Antwort, die ja nicht nur die L\u00e4nge unseres Kommentars, sondern auch die Ihrer urspr\u00fcnglichen Kolumne \u00fcbertrifft, hat einige Missverst\u00e4ndlichkeiten der Kolumne ausger\u00e4umt. F\u00fcr die unvorbereitete H\u00f6rerin konnte es zun\u00e4chst so klingen, als ob nicht nur \u201estruktureller\u201c Rassismus f\u00fcr Sie ein Unding sei, sondern das Vorkommen von Rassismus \u00fcberhaupt \u00fcberbewertet w\u00fcrde. Das dem nicht so ist, haben Sie klargestellt, insbesondere auch im <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/strukturelle-diskriminierung-wie-rassismus-und-klassismus.2162.de.html?dram:article_id=495087\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/strukturelle-diskriminierung-wie-rassismus-und-klassismus.2162.de.html?dram:article_id=495087\" target=\"_blank\">Gespr\u00e4ch mit Daniel James<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber die Studien, die Sie nennen, l\u00e4sst sich endlos debattieren, und Sie f\u00fchren ja auch die Schwierigkeiten von Fragestellungen, Kategorien und Datenauswertungen, das Problem der Repr\u00e4sentativit\u00e4t befragter Gruppen und der sozialen Erw\u00fcnschtheit von Antworten an. Quantitative Erhebungen sind wichtig, aber ihre Ergebnisse eben auch alles andere als evident, weil sie auf historischen Begriffen und auf Vorannahmen beruhen, die immer wieder befragt werden m\u00fcssen. Weil die grunds\u00e4tzliche Faktizit\u00e4t von Rassismus au\u00dfer Frage steht, geht es uns vor allem um die <em>matters of concern<\/em>, um die Dinge, die uns betreffen.<span class=\"footnote_referrer\"><a role=\"button\" tabindex=\"0\" onclick=\"footnote_moveToReference_524_2('footnote_plugin_reference_524_2_1');\" onkeypress=\"footnote_moveToReference_524_2('footnote_plugin_reference_524_2_1');\" ><sup id=\"footnote_plugin_tooltip_524_2_1\" class=\"footnote_plugin_tooltip_text\">1<\/sup><\/a><span id=\"footnote_plugin_tooltip_text_524_2_1\" class=\"footnote_tooltip\">Bruno Latour: Das Elend der Kritik. Vom Krieg um Fakten zu Dingen von Belang, Berlin\/Z\u00fcrich 2007<\/span><\/span><script type=\"text\/javascript\"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_524_2_1').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_524_2_1', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top center', relative: true, offset: [-7, 0], });<\/script> Es liegt wohl auf der Hand, dass Rassismus f\u00fcr uns alle von gr\u00f6\u00dferem Belang ist als der Drei\u00dfigj\u00e4hrige Krieg, um bei Ihrem Beispiel zu bleiben. Auch an der UdK Berlin kommen rassistische Rede und Handlungen vor, an denen im Lehrzusammenhang zum Beispiel kein Ansto\u00df genommen wird, weil sie gar nicht wahrgenommen oder als normal, im Sinne von \u00fcblich, abgewehrt werden.<span class=\"footnote_referrer\"><a role=\"button\" tabindex=\"0\" onclick=\"footnote_moveToReference_524_2('footnote_plugin_reference_524_2_2');\" onkeypress=\"footnote_moveToReference_524_2('footnote_plugin_reference_524_2_2');\" ><sup id=\"footnote_plugin_tooltip_524_2_2\" class=\"footnote_plugin_tooltip_text\">2<\/sup><\/a><span id=\"footnote_plugin_tooltip_text_524_2_2\" class=\"footnote_tooltip\">Adela Lovric: Amplifying the Unheard Voices: A Statement &amp; Conversation With Sarah Herfurth &amp; Dal\u00eds Pacheco, 2021 https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/amplifying-the-unheard-voices\/;&nbsp;&#x2026; <span class=\"footnote_tooltip_continue\"  onclick=\"footnote_moveToReference_524_2('footnote_plugin_reference_524_2_2');\">Continue reading<\/span><\/span><\/span><script type=\"text\/javascript\"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_524_2_2').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_524_2_2', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top center', relative: true, offset: [-7, 0], });<\/script> Wodurch ist denn ein <em>unconscious bias<\/em>, der sich hier zeigt, begr\u00fcndet? Was macht \u00fcberhaupt aus, was wahrnehmbar ist? Auch die Frage nach dem wissenschaftlichen und k\u00fcnstlerischen Kanon, der h\u00e4ufig ausschlie\u00dflich <em>wei\u00dfe<\/em> Perspektiven umfasst (damit ist nicht die Hautfarbe der Autor*innen \/ K\u00fcnstler*innen gemeint) und der zugleich perpetuiert, was als relevant betrachtet wird und was nicht, muss gestellt werden.<span class=\"footnote_referrer\"><a role=\"button\" tabindex=\"0\" onclick=\"footnote_moveToReference_524_2('footnote_plugin_reference_524_2_3');\" onkeypress=\"footnote_moveToReference_524_2('footnote_plugin_reference_524_2_3');\" ><sup id=\"footnote_plugin_tooltip_524_2_3\" class=\"footnote_plugin_tooltip_text\">3<\/sup><\/a><span id=\"footnote_plugin_tooltip_text_524_2_3\" class=\"footnote_tooltip\">Siehe die Schweizerische Studie: Philippe Saner, Sophie V\u00f6gele und Pauline Vessely: Art.School.Differences. Researching Inequalities and Normativities in the Field of Higher Art Education,&nbsp;&#x2026; <span class=\"footnote_tooltip_continue\"  onclick=\"footnote_moveToReference_524_2('footnote_plugin_reference_524_2_3');\">Continue reading<\/span><\/span><\/span><script type=\"text\/javascript\"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_524_2_3').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_524_2_3', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top center', relative: true, offset: [-7, 0], });<\/script> Wir w\u00fcssten nicht, wie das besser zu nennen w\u00e4re als \u201estrukturell\u201c.<span class=\"footnote_referrer\"><a role=\"button\" tabindex=\"0\" onclick=\"footnote_moveToReference_524_2('footnote_plugin_reference_524_2_4');\" onkeypress=\"footnote_moveToReference_524_2('footnote_plugin_reference_524_2_4');\" ><sup id=\"footnote_plugin_tooltip_524_2_4\" class=\"footnote_plugin_tooltip_text\">4<\/sup><\/a><span id=\"footnote_plugin_tooltip_text_524_2_4\" class=\"footnote_tooltip\">Bezeichnet werden damit, grob gesagt, unausgesprochene Normen und Regeln. Wir halten uns unter anderem an Michel Foucault, Gayatri Spivak und Judith Butler, mit denen das Verh\u00e4ltnis von Strukturen&nbsp;&#x2026; <span class=\"footnote_tooltip_continue\"  onclick=\"footnote_moveToReference_524_2('footnote_plugin_reference_524_2_4');\">Continue reading<\/span><\/span><\/span><script type=\"text\/javascript\"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_524_2_4').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_524_2_4', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top center', relative: true, offset: [-7, 0], });<\/script> Dass Sie Struktur, System und Norm zu \u201ePlastikw\u00f6rter\u201c erkl\u00e4ren \u2013&nbsp;eine Formulierung, die man leicht selbst f\u00fcr das halten k\u00f6nnte, was sie zu beschreiben sucht \u2013, ist nat\u00fcrlich eine Provokation f\u00fcr ganze Bereiche der Kultur- und Geisteswissenschaft, im \u00dcbrigen auch der Soziologie und Ethnologie. Welche Kulturtheorie st\u00fctzt sich nicht in der ein andere Weise auf ein Konzept von Struktur?<span class=\"footnote_referrer\"><a role=\"button\" tabindex=\"0\" onclick=\"footnote_moveToReference_524_2('footnote_plugin_reference_524_2_5');\" onkeypress=\"footnote_moveToReference_524_2('footnote_plugin_reference_524_2_5');\" ><sup id=\"footnote_plugin_tooltip_524_2_5\" class=\"footnote_plugin_tooltip_text\">5<\/sup><\/a><span id=\"footnote_plugin_tooltip_text_524_2_5\" class=\"footnote_tooltip\">F\u00fcr einen \u00dcberblick: Stephan Moebius, Dirk Quadflieg (H.): Kultur.Theorien der Gegenwart, Wiesbaden (2. Auf.) 2011; Philipp Sarasin: Fast Forward. Kulturtheorien und Kulturkonzepte im \u00dcberblick,&nbsp;&#x2026; <span class=\"footnote_tooltip_continue\"  onclick=\"footnote_moveToReference_524_2('footnote_plugin_reference_524_2_5');\">Continue reading<\/span><\/span><\/span><script type=\"text\/javascript\"> jQuery('#footnote_plugin_tooltip_524_2_5').tooltip({ tip: '#footnote_plugin_tooltip_text_524_2_5', tipClass: 'footnote_tooltip', effect: 'fade', predelay: 0, fadeInSpeed: 200, delay: 400, fadeOutSpeed: 200, position: 'top center', relative: true, offset: [-7, 0], });<\/script> F\u00fcr uns wiederum ist eine  positivistische und anthropozentrische Position analytisch nicht viel versprechend. Wie sollten wir Produktion in den K\u00fcnsten auch verstehen, ohne die Eigenlogik von Medien und Materialit\u00e4t, ohne die Bedeutung kultureller Repr\u00e4sentationen und ohne verk\u00f6rpertes Wissen anzuerkennen? Aber egal mit welcher Definitionshoheit man welche Begriffe klassifizieren m\u00f6chte, w\u00e4re es auch m\u00f6glich, einer Wendung, selbst wenn man sie falsch oder auch nur jargonhaft findet, <em>nicht<\/em> zu widersprechen, weil man um deren enorme Bedeutung f\u00fcr Betroffene und Aktivist*innen wei\u00df, deren Anliegen man ja prinzipiell unterst\u00fctzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Verbleiben wir doch so: <em>Let\u2019s agree to disagree<\/em>. Und so teilen wir auch Ihre Einsch\u00e4tzung, wir h\u00e4tten Sie direkt anschreiben sollen, anstatt einen offenen Brief zu formulieren, nicht. Sie haben mit ihrer Kolumne im DLF ihre Meinung sehr \u00f6ffentlich dargelegt \u2013 und zwar als Gastprofessor der UdK Berlin. Vor diesem Hintergrund und weil es uns ein Anliegen ist, Menschen innerhalb und au\u00dferhalb der UdK Berlin wissen zu lassen, dass Ihre Meinung zu strukturellem Rassismus nicht stillschweigend geteilt wird, haben wir die Form des offenen Briefs gew\u00e4hlt. Warum sollte eine Pluralit\u00e4t von Argumenten, f\u00fcr die die Universit\u00e4t ohne Zweifel einsteht, eher gesichert sein, wenn wir unsere Position nicht dargelegt h\u00e4tten? Mit Widerspruch muss schlie\u00dflich immer gerechnet werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Abschlie\u00dfend m\u00f6chten wir Sie einladen, sich mit der <em><a href=\"https:\/\/jerusalemdeclaration.org\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/jerusalemdeclaration.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Jerusalem Declaration On Antisemitism<\/a><\/em>, zu befassen, die vor wenigen Wochen ver\u00f6ffentlicht wurde. Ihre Einteilung in klassischen, israelbezogenen und muslimischen Antisemitismus \u2013 in der Muslim*innen als einzige Personengruppe herausgegriffen werden \u2013, kommt dort nicht vor. Die <em>Jerusalem Declaration<\/em> geht einen anderen Weg, unter anderem indem sie Antisemitismus in den gr\u00f6\u00dferen Kontext von Rassismus stellt und verdeutlicht, dass faktenbasierte Kritik an Israel als Staat nicht per se antisemitisch ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Beste Gr\u00fc\u00dfe<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-more-info-paragraph\">Henrike Lehnguth<br>Kathrin Peters<\/p>\n\n\n\n<p><div class=\"speaker-mute footnotes_reference_container\"> <div class=\"footnote_container_prepare\"><p><span role=\"button\" tabindex=\"0\" class=\"footnote_reference_container_label pointer\" onclick=\"footnote_expand_collapse_reference_container_524_2();\">References<\/span><span role=\"button\" tabindex=\"0\" class=\"footnote_reference_container_collapse_button\" style=\"display: none;\" onclick=\"footnote_expand_collapse_reference_container_524_2();\">[<a id=\"footnote_reference_container_collapse_button_524_2\">+<\/a>]<\/span><\/p><\/div> <div id=\"footnote_references_container_524_2\" style=\"\"><table class=\"footnotes_table footnote-reference-container\"><caption class=\"accessibility\">References<\/caption> <tbody> \r\n\r\n<tr class=\"footnotes_plugin_reference_row\"> <th scope=\"row\" class=\"footnote_plugin_index_combi pointer\"  onclick=\"footnote_moveToAnchor_524_2('footnote_plugin_tooltip_524_2_1');\"><a id=\"footnote_plugin_reference_524_2_1\" class=\"footnote_backlink\"><span class=\"footnote_index_arrow\"> <\/span>1<\/a><\/th> <td class=\"footnote_plugin_text\">Bruno Latour: Das Elend der Kritik. Vom Krieg um Fakten zu Dingen von Belang, Berlin\/Z\u00fcrich 2007<\/td><\/tr>\r\n\r\n<tr class=\"footnotes_plugin_reference_row\"> <th scope=\"row\" class=\"footnote_plugin_index_combi pointer\"  onclick=\"footnote_moveToAnchor_524_2('footnote_plugin_tooltip_524_2_2');\"><a id=\"footnote_plugin_reference_524_2_2\" class=\"footnote_backlink\"><span class=\"footnote_index_arrow\"> <\/span>2<\/a><\/th> <td class=\"footnote_plugin_text\">Adela Lovric: Amplifying the Unheard Voices: A Statement &amp; Conversation With Sarah Herfurth &amp; Dal\u00eds Pacheco, 2021 <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/amplifying-the-unheard-voices\/\" target=\"_blank\"><span class=\"footnote_url_wrap\">https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/amplifying-the-unheard-voices\/<\/span><\/a>; <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/exitracismudk.wordpress.com\/\" target=\"_blank\"><span class=\"footnote_url_wrap\">https:\/\/exitracismudk.wordpress.com\/<\/span><\/a><\/td><\/tr>\r\n\r\n<tr class=\"footnotes_plugin_reference_row\"> <th scope=\"row\" class=\"footnote_plugin_index_combi pointer\"  onclick=\"footnote_moveToAnchor_524_2('footnote_plugin_tooltip_524_2_3');\"><a id=\"footnote_plugin_reference_524_2_3\" class=\"footnote_backlink\"><span class=\"footnote_index_arrow\"> <\/span>3<\/a><\/th> <td class=\"footnote_plugin_text\">Siehe die Schweizerische Studie: Philippe Saner, Sophie V\u00f6gele und Pauline Vessely: Art.School.Differences. Researching Inequalities and Normativities in the Field of Higher Art Education, Schlussbericht (2016) <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/blog.zhdk.ch\/artschooldifferences\/schlussbericht\" target=\"_blank\"><span class=\"footnote_url_wrap\">https:\/\/blog.zhdk.ch\/artschooldifferences\/schlussbericht<\/span><\/a>;<\/td><\/tr>\r\n\r\n<tr class=\"footnotes_plugin_reference_row\"> <th scope=\"row\" class=\"footnote_plugin_index_combi pointer\"  onclick=\"footnote_moveToAnchor_524_2('footnote_plugin_tooltip_524_2_4');\"><a id=\"footnote_plugin_reference_524_2_4\" class=\"footnote_backlink\"><span class=\"footnote_index_arrow\"> <\/span>4<\/a><\/th> <td class=\"footnote_plugin_text\">Bezeichnet werden damit, grob gesagt, unausgesprochene Normen und Regeln. Wir halten uns unter anderem an Michel Foucault, Gayatri Spivak und Judith Butler, mit denen das Verh\u00e4ltnis von Strukturen bzw. Diskursordnungen und Handlungsf\u00e4higkeit gedacht werden kann.<\/td><\/tr>\r\n\r\n<tr class=\"footnotes_plugin_reference_row\"> <th scope=\"row\" class=\"footnote_plugin_index_combi pointer\"  onclick=\"footnote_moveToAnchor_524_2('footnote_plugin_tooltip_524_2_5');\"><a id=\"footnote_plugin_reference_524_2_5\" class=\"footnote_backlink\"><span class=\"footnote_index_arrow\"> <\/span>5<\/a><\/th> <td class=\"footnote_plugin_text\">F\u00fcr einen \u00dcberblick: Stephan Moebius, Dirk Quadflieg (H.): Kultur.Theorien der Gegenwart, Wiesbaden (2. Auf.) 2011; Philipp Sarasin: Fast Forward. Kulturtheorien und Kulturkonzepte im \u00dcberblick, in: Thomas Forrer, Angelika Linke (Hg.): Wo ist Kultur? Perspektiven der Kulturanalyse, Z\u00fcrich 2011 <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.ciando.com\/img\/books\/extract\/3728135984_lp.pdf\" target=\"_blank\"><span class=\"footnote_url_wrap\">https:\/\/www.ciando.com\/img\/books\/extract\/3728135984_lp.pdf<\/span><\/a><\/td><\/tr>\r\n\r\n <\/tbody> <\/table> <\/div><\/div><script type=\"text\/javascript\"> function footnote_expand_reference_container_524_2() { jQuery('#footnote_references_container_524_2').show(); jQuery('#footnote_reference_container_collapse_button_524_2').text('\u2212'); } function footnote_collapse_reference_container_524_2() { jQuery('#footnote_references_container_524_2').hide(); jQuery('#footnote_reference_container_collapse_button_524_2').text('+'); } function footnote_expand_collapse_reference_container_524_2() { if (jQuery('#footnote_references_container_524_2').is(':hidden')) { footnote_expand_reference_container_524_2(); } else { footnote_collapse_reference_container_524_2(); } } function footnote_moveToReference_524_2(p_str_TargetID) { footnote_expand_reference_container_524_2(); var l_obj_Target = jQuery('#' + p_str_TargetID); if (l_obj_Target.length) { jQuery( 'html, body' ).delay( 0 ); jQuery('html, body').animate({ scrollTop: l_obj_Target.offset().top - window.innerHeight * 0.2 }, 380); } } function footnote_moveToAnchor_524_2(p_str_TargetID) { footnote_expand_reference_container_524_2(); var l_obj_Target = jQuery('#' + p_str_TargetID); if (l_obj_Target.length) { jQuery( 'html, body' ).delay( 0 ); jQuery('html, body').animate({ scrollTop: l_obj_Target.offset().top - window.innerHeight * 0.2 }, 380); } }<\/script><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p class=\"qtranxs-available-languages-message qtranxs-available-languages-message-en\">Sorry, this entry is only available in <a href=\"https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/524\" class=\"qtranxs-available-language-link qtranxs-available-language-link-de\" title=\"Deutsch\">Deutsch<\/a>.<\/p>\n<p>Ein Briefwechsel von Henrike Lehnguth und Kathrin Peters mit Philipp H\u00fcbl, Gastprofessor f\u00fcr Kulturwissenschaft im Studium Generale der UdK Berlin, anl\u00e4sslich dessen Beitrags zu strukturellem Rassismus, \u201eEin irref\u00fchrender Begriff\u201c, im Deutschlandfunk Kultur.<\/p>\n","protected":false},"author":9,"featured_media":525,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_eb_attr":"","footnotes":""},"categories":[13],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/524"}],"collection":[{"href":"https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/9"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=524"}],"version-history":[{"count":25,"href":"https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/524\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":833,"href":"https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/524\/revisions\/833"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/525"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=524"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=524"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=524"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}