{"id":4833,"date":"2025-08-01T13:41:04","date_gmt":"2025-08-01T11:41:04","guid":{"rendered":"https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/?p=4833"},"modified":"2025-08-01T14:01:28","modified_gmt":"2025-08-01T12:01:28","slug":"acess-now","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/en\/acess-now\/","title":{"rendered":"Interview ACESS NOW! &#8211; Eine taube Perspektive an der UdK Berlin \u00fcber Barrieren, Frustration und Aktivismus"},"content":{"rendered":"<p class=\"qtranxs-available-languages-message qtranxs-available-languages-message-en\">Sorry, this entry is only available in <a href=\"https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4833\" class=\"qtranxs-available-language-link qtranxs-available-language-link-de\" title=\"Deutsch\">Deutsch<\/a>.<\/p><p>Ein\u00a0Interview\u00a0zwischen Xenia D\u00fcrr (Fak.1 &#8211; Kunst im Kontext) und Lilli Hellmons (<em>Alum.<\/em> Fak.1 &#8211; Kunst im Kontext)<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"900\" src=\"https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Test-ACCESS-NOW-edited.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4839\" srcset=\"https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Test-ACCESS-NOW-edited.jpg 1200w, https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Test-ACCESS-NOW-edited-150x113.jpg 150w, https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Test-ACCESS-NOW-edited-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:5px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left has-background\" style=\"background-color:#e5e5e5\"><strong>Abstract:<\/strong><br><br>In diesem Gespr\u00e4ch reflektieren die Freund*innen Xenia D\u00fcrr und Lilli Hellmons \u00fcber ihr politisches Engagement an der UdK im Bereich ihrer Arbeit in der <em>AG ACCESS NOW!<\/em>. Diese Initiative entstand auf Ansto\u00df der damaligen Wissenschaftlichen Lehrkraft&nbsp; Danja Erni sowie Xenia und weiteren Studierenden des Instituts f\u00fcr Kunst im Kontext \u2013 als Reaktion auf die strukturellen Barrieren, die Xenia als Taube<sup>1<\/sup> Person in einem ableistischen, audistischen<sup>2<\/sup> Unisystem erlebte.<br><br>Sie sprechen \u00fcber die vielf\u00e4ltigen Barrieren, mit denen Xenia als Taube Person in einem \u00fcberwiegend h\u00f6renden Umfeld konfrontiert ist \u2013 von b\u00fcrokratischen H\u00fcrden vor Studienbeginn bis hin zu Herausforderungen in der informellen Kommunikation im Studienalltag. Zudem thematisieren sie positive Beispiele, in denen Zugangsbedarfe aktiv in Lehrveranstaltungen integriert werden, und die Notwendigkeit, dass Lehrende Verantwortung f\u00fcr Barrierefreiheit \u00fcbernehmen. Abschlie\u00dfend reflektieren sie die Entwicklung der AG und hinterfragen, ob strukturelle Ver\u00e4nderungen an der UdK langfristig Bestand haben.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-1 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p class=\"is-style-more-info-paragraph\"><sup>1<\/sup>Audismus bezeichnet die Diskriminierung von Tauben, die auf einer h\u00f6heren Wertsch\u00e4tzung des H\u00f6rens und Sprechens sowie der Abwertung von Tauben als \u201edefekt\u201c beruht. Dies f\u00fchrt zur Marginalisierung der Geh\u00f6rlosenkultur und der Geb\u00e4rdensprache. Quelle: Diversity Arts Culture<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-more-info-paragraph\"><sup>2<\/sup>Taub (in Gro\u00dfschreibung) ist eine positive Selbstbezeichnung f\u00fcr nicht h\u00f6rende Menschen, unabh\u00e4ngig davon, ob sie taub, resth\u00f6rig oder schwerh\u00f6rig sind. Sie zeigt, dass Taubheit nicht als Defizit gilt. Einige Mitglieder der Tauben-Community bevorzugen \u201eTaub\u201c, weil es im Gegensatz zu \u201egeh\u00f6rlos\u201c nicht schon einen Mangel impliziert. Quelle: Diversity Arts Culture<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-background\" style=\"background-color:#e5e5e5\">Wir treffen uns online \u00fcber Zoom. Beide in unseren eigenen vier W\u00e4nden. Neben Xenia sitzt Alma, eine Stamm Dolmetscher*innen von them. Ich freue mich auf das Gespr\u00e4ch und darauf, einen Teil unserer gemeinsamen politischen Arbeit an der UdK zu verschriftlichen, die ich als H\u00f6render-Ally gemeinsam mit Xenia gemacht habe.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">Lilli: <\/mark>Erinnerst du dich noch an unser erstes Kennenlernen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">Xenia:<\/mark><\/strong> Ja, daran erinnere ich mich noch sehr gut. Das war in der Einf\u00fchrungsveranstaltung, die ich im Oktober 2022 besucht habe, als ich mein Studium an der UdK begonnen habe. Ich war an diesem Tag unglaublich aufgeregt, als einzige Taube Person in einem ausschlie\u00dflich h\u00f6renden Umfeld zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Veranstaltung fand in einem gro\u00dfen H\u00f6rsaal statt, und mir gegen\u00fcber sa\u00dfen zwei meiner Dolmetscher*innen. Du, Lilli, warst dort, um \u00fcber das Thema Fachschaftsarbeit zu informieren, und so habe ich dich zum ersten Mal wahrgenommen. Nach der Veranstaltung hast du mich dann begr\u00fc\u00dft, und wir haben uns kurz unterhalten \u2013 schon an diesem ersten Tag. Ich fand es sehr mutig von dir, so proaktiv auf mich zuzugehen und direkt den Kontakt zu suchen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">L: <\/mark>Stimmt ja, mir fiel die Situation sp\u00e4ter am selben Tag ein, als wir drau\u00dfen mit Kommiliton*innen Kaffee getrunken haben. Aber in der Einf\u00fchrungsveranstaltung haben wir uns ja auch schon kurz unterhalten.&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">X:<\/mark><\/strong> Ja, ich erinnere mich auch. Ihr habt mich zu euch geholt. Ich war damals noch sch\u00fcchtern, habe mich aber trotzdem dazu gesellt. Danach haben wir uns \u00f6fter getroffen und langsam angefangen, uns besser kennenzulernen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">L:<\/mark><\/strong> Es ist sch\u00f6n, sich daran zu erinnern, und irgendwie macht es mich auch emotional, weil wir uns schon so lange kennen und so viel gemeinsam erlebt haben. Du hast meine n\u00e4chste Frage schon vorweggenommen: Wie sind wir eigentlich zusammengekommen? Sicherlich, weil wir uns sympathisch fanden und ich als Fachschaftsmaus auf viele Personen zugegangen bin. Dann kamen die Treffen der AG Barriereabbau. Erinnerst du dich, wie die Idee zur Gr\u00fcndung entstand?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">X:<\/mark><\/strong><\/strong> Ja, ich denke, Danja Erni spielte hier auch eine wichtige Rolle. Danja hat f\u00fcr ein Jahr einen Teil der Vertretung von Claudia Hummels Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut f\u00fcr <em>Kunst im Kontext<\/em> \u00fcbernommen. Ich hatte ein Seminar bei ihr belegt, und durch unseren Austausch \u00fcber Barrieren am Institut entstand die Idee, eine Arbeitsgruppe zu gr\u00fcnden.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich glaube, Danja hat sich dann auch an dich gewandt und dich ins Boot geholt. Einige Personen hatten bereits Interesse am Thema Barriereabbau. Unsere Kommiliton*in R\u00fczg\u00e2r Bu\u015fki, mit them ich auch im Seminar war, hat zum Beispiel mitbekommen, wie schwierig die Organisation von Dolmetscher*innen ist, und spontan gesagt: <em>\u201eHey, ich \u00fcbernehme das mal!<\/em>\u201c Sp\u00e4ter erz\u00e4hlte they mir, dass das f\u00fcr them ein Denkansto\u00df war: <em>\u201eWow, ich schreibe 40 E-Mails am Tag und finde trotzdem keine Dolmis, die Zeit haben.<\/em>\u201c Das hat letztlich dazu gef\u00fchrt, dass they in der AG mitgewirkt hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann war noch unsere Kommiliton*in Rowan De Freitas dabei \u2013 das war so der Kern, oder? Falls ich jemanden vergesse, hoffe ich, die Person verzeiht mir! Sp\u00e4ter kam der Beauftragte f\u00fcr Studierende mit Behinderung und chronischen Erkrankungen dazu. Manchmal waren auch andere Hochschulmitglieder dabei, wie die Frauenbeauftragte und die Vertrauensperson der schwerbehinderten Menschen. Der Pr\u00e4sident und die Vizepr\u00e4sidentin waren einmal anwesend und noch weitere Lehrende vom Institut.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber an einen konkreten Ausl\u00f6ser kann ich mich nicht erinnern. Ich wei\u00df nur, dass ich schon im ersten Semester, im Einf\u00fchrungsseminar mit allen hauptamtlichen Lehrenden, das Gef\u00fchl hatte, dass es dort nicht viel Raum f\u00fcr solche Themen gab \u2013 keinen Austausch \u00fcber Dinge, die f\u00fcr mich wirklich wichtig waren.Das war dann auch eine unserer \u00dcberlegungen in der Arbeitsgruppe: Wie kann man solche Themen st\u00e4rker in die bestehenden Strukturen einbinden? Es ging viel um Informationsvermittlung. Eigentlich war auch geplant, eine Gruppe zu schaffen, an der Dozierende aktiv teilnehmen \u2013 also eingeladen werden, um sich einzubringen. Ein paar Lehrende waren auch da, was ich als sehr wertvoll empfunden habe. Ich h\u00e4tte mir allerdings gew\u00fcnscht, dass noch mehr Lehrpersonen gekommen w\u00e4ren und frage mich, ob es daran liegt, dass das Thema im Alltag untergeht oder weil nicht ganz klar war, worum es in der Gruppe eigentlich ging. Vielleicht h\u00e4tten wir die Einladung oder den Rahmen anders gestalten m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">L:<\/mark><\/strong> Wie war es f\u00fcr dich, an die UdK zu kommen? Mit welchen Hoffnungen, W\u00fcnschen und \u00c4ngsten bist du gestartet?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">X:<\/mark><\/strong> Ich fange mal von vorne an. Ich war positiv \u00fcberrascht, dass meine Bewerbung angenommen wurde, weil die UdK einen guten Ruf hat und es sehr schwer ist, reinzukommen. Ich erinnere mich gut an meine gro\u00dfe Aufregung vor der Pr\u00fcfungskommission und daran, mich im Aufnahmegespr\u00e4ch pr\u00e4sentieren zu m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor dem Studium hatte ich viele gemischte Gef\u00fchle. Nach sieben, acht Jahren in der Tauben Community war es f\u00fcr mich ein gro\u00dfer Schritt, zur\u00fcck in eine fast ausschlie\u00dflich h\u00f6rende Welt zu gehen. Ich habe in Wien die \u00f6sterreichische Geb\u00e4rdensprache unterrichtet und war umgeben von Menschen, die meine Sprache nutzten. Pl\u00f6tzlich war ich wieder die einzige Taube Person in einer h\u00f6renden Institution. Aber ich wollte unbedingt im Kunstbereich weiterstudieren und wusste, dass ich das auf jeden Fall machen m\u00f6chte.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch Barrieren gab es schon vor Studienbeginn. Der E-Mail-Kontakt mit der damaligen Vertrauensperson f\u00fcr Menschen mit Behinderung war zwar sehr nett, zeigte mir aber auch schnell, wie starr das System ist. Bestimmte Unterlagen mussten exakt in einer bestimmten Form eingereicht werden, vieles musste telefonisch gekl\u00e4rt werden \u2013 was f\u00fcr mich als Taube Person eine gro\u00dfe H\u00fcrde darstellen w\u00fcrde. Es gibt zwar Telefonservices mit Dolmetschung, aber das bedeutet zus\u00e4tzlichen organisatorischen Aufwand.<\/p>\n\n\n\n<p>Die B\u00fcrokratie war enorm, und dazu kam noch, dass ich parallel von \u00d6sterreich nach Berlin zog und das System hier noch gar nicht kannte.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">L:<\/mark><\/strong> Du wolltest noch etwas sagen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">X:<\/mark><\/strong><\/strong> W\u00e4hrend der Bewerbungsphase hatte ich eine Kontaktperson, die selbst geb\u00e4rden konnte und fr\u00fcher an der UdK unterrichtet hatte. Diese Person &nbsp;hat mir Mut gemacht, mich einfach zu bewerben und es zu versuchen. Meine Hoffnung war, tiefer ins K\u00fcnstlerische einzutauchen, Kunst wieder st\u00e4rker in den Mittelpunkt meines Lebens zu r\u00fccken und gemeinsam mit anderen Studierenden praxisorientierte Kunstprojekte umzusetzen. Aber die Realit\u00e4t sah f\u00fcr mich dann doch anders aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Meine gr\u00f6\u00dfte Angst war, als einzige Taube Person in diesem h\u00f6renden Umfeld keinen Anschluss zu finden. Selbst mit Dolmetschung \u2013 wie l\u00e4uft es in den Pausen, beim Netzwerken? Die Gemeinschaft, die spontanen Gespr\u00e4che, das Miteinander \u2013 das sind ja oft die Momente, in denen Verbindungen entstehen. Und genau davor hatte ich Bedenken.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">L:<\/mark><\/strong><\/strong> <strong>Pausen k\u00f6nnen f\u00fcr dich ja manchmal auch herausfordernd sein. Magst du kurz darauf eingehen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">X:<\/mark><\/strong><\/strong> Ja. Im Unterricht habe ich Dolmetscher*innen dabei, aber sie brauchen nat\u00fcrlich auch Pausen. Sobald die Pause beginnt, unterhalten sich alle sofort miteinander \u2013 und ich stehe oft au\u00dfen vor. Es f\u00e4llt mir schwer, in die Gespr\u00e4che einzusteigen, weil sich schnell Gruppen bilden. Ich brauche Zeit, um Vertrauen aufzubauen, und in dieser dynamischen Situation ist das schwierig.<\/p>\n\n\n\n<p>Manchmal waren wir in den Pausen auch mit den Dolmetscher*innen unterwegs, die sich dann abgewechselt haben. Aber gerade am Anfang war das eine gro\u00dfe Herausforderung, weil genau in diesen Pausen der wichtige Austausch stattfindet \u2013 und ich keinen gleichberechtigten Zugang dazu habe. Da hilft es manchmal, wenn man eine Einladung bekommt, sich der Gruppe anzuschlie\u00dfen<\/p>\n\n\n\n<p><br><strong><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">L:<\/mark><\/strong> Ja, und auch die informellen Infos, die sich so unter den Studis verbreiten \u2013 das war besonders im ersten Semester ein Problem f\u00fcr dich, oder?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><br><strong><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">X:<\/mark><\/strong><\/strong> Genau! Dieses Insiderwissen, das einfach so nebenbei weitergegeben wird. Da war es f\u00fcr mich besonders wertvoll, dass Danja jedes Seminar mit der Bitte begonnen hat, den Raum bewusst so zu gestalten, dass er f\u00fcr Taube Personen zug\u00e4nglich ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch andere Dozierende hatten diesen Ansatz. Sie fragte vor jeder Sitzung, was jede*r Einzelne braucht, um sich wohl und sicher zu f\u00fchlen. So hatte ich die M\u00f6glichkeit zu sagen: \u201eLasst uns die Pause manchmal einfach still verbringen. &#8220;Bitte schreibt euch auch gegenseitig Nachrichten auf euren Handys, nicht nur mir, damit wir alle auf derselben Ebene kommunizieren k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Es macht f\u00fcr mich viel aus, wenn Dozierende diese Verantwortung \u00fcbernehmen und den Raum so gestalten, dass Barrieren bewusst abgebaut werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">L:<\/mark><\/strong> Ja, ein gro\u00dfes Ausrufezeichen dahinter! Von solchen Beispielen kann ich total viel lernen \u2013 als Person, die auch Lernr\u00e4ume gestaltet.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">X:<\/mark><\/strong><\/strong> Sch\u00f6n, ja.<\/p>\n\n\n\n<p><br><strong><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">L:<\/mark><\/strong> Mir kommt gerade eine Frage in den Kopf: Am Anfang war es ja schwierig f\u00fcr dich, Kontakte zu kn\u00fcpfen, und es gab sicher auch unangenehme Momente. Wie ist das heute? F\u00fchlst du dich in der Community wohl? Hat sich das Miteinander ver\u00e4ndert?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">X:<\/mark><\/strong><\/strong> Gute Frage. Am Anfang des Studiums war ich noch sehr unsicher. Aber durch ein paar Seminare von Lehrenden, die wie gesagt Zugangsbed\u00fcrfnisse mit gedacht haben und in denen es auch um Barrieren ging, wusste ich, dass ich mit diesem Thema nicht allein bin. Durch die AG ist damals eine&nbsp; Community entstanden, wodurch ich Freundschaften mit Kommiliton*innen geschlossen habe \u2013 mit dir, Lu, Row und Judith.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber jetzt, wo viele den Master abgeschlossen haben und Danja nicht mehr da ist, hat sich diese Struktur aufgel\u00f6st. Danjas&nbsp; Weggang hat mich getroffen. Ich war sehr entt\u00e4uscht&nbsp; \u00fcber die Umst\u00e4nde und f\u00fchlte mich haltlos. Leider gibt es diese&nbsp; Community nun nicht mehr so in dieser Form . Jetzt konzentriere ich mich mehr auf mein Studium, aber es ist anders. Es gibt heute neue, tolle Menschen, aber das stabile Netzwerk, das durch die AG mit Danja aufgebaut wurde, fehlt und ich habe das Gef\u00fchl, dass es ohne diese feste Struktur schwieriger wird, nachhaltige Ver\u00e4nderungen voranzutreiben.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">L:<\/mark><\/strong> Ich verstehe total, was du meinst. Mich hat das auch bewegt, als Danja nicht mehr da war. Aber ich habe es auch als Chance f\u00fcr die AG wahrgenommen, dass der Raum f\u00fcr verschiedene Personen ge\u00f6ffnet wird und neue Allies dazu kommen.&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">X:<\/mark><\/strong><\/strong> Ja, es bestand auch sehr&nbsp; fr\u00fch die Idee, die AG in ein Seminar zu \u00fcberf\u00fchren, damit Studierende Leistungspunkte daf\u00fcr erhalten. Als Ann-Reb Thomas \u00fcbernommen hat, war unklar, ob es eine AG oder ein Seminar<sup>3<\/sup> sein sollte. Letztendlich wurde es eine Mischform mit Vortr\u00e4gen zur Anti-Ableismus-Praxis in der Kunst.<\/p>\n\n\n\n<p>Das war wichtig, aber auch herausfordernd, weil viele Studierende erst einmal mit diesen Themen konfrontiert wurden.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-2 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p class=\"is-style-more-info-paragraph\"><sup>3<\/sup>Siehe Vorlesungsverzeichnis: https:\/\/www.kunstimkontext.udk-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/SoSe24_Vorlesungsverzeichnis_Stand_0205-1.pdf<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><strong>Wir unterbrechen unser Gespr\u00e4ch an der Stelle f\u00fcr eine f\u00fcnfmin\u00fctige Pause.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><strong><br><br><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">X:<\/mark><\/strong><\/strong> Ich kenne das von den Dolmis, sie vergessen manchmal die Zeit, und dann muss man sie an eine Pause erinnern.<br><br><strong><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">L:<\/mark><\/strong> Ja, stimmt. Pausen m\u00fcssen sein. Vor allem, weil du Alma, gerade auch alleine, verdolmetscht. Vor der Pause wollte ich dich noch fragen, wie es mit der AG jetzt aussieht. Leider konnte ich, nachdem ich meine Masterarbeit gemacht habe, nicht mehr richtig teilnehmen. Erz\u00e4hl mir, wie es weiterging.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">X:<\/mark><\/strong><\/strong> Danja und ich hatten die Idee, die AG als Struktur in ein Seminar einzugliedern. Wir haben \u00fcberlegt, wie der enorme zus\u00e4tzliche Aufwand, den es f\u00fcr mich bedeutet, \u00fcberhaupt am Studium teilnehmen zu k\u00f6nnen, als integrativer Bestandteil des Studiums verstanden werden k\u00f6nnte. Wie entsprechend Leistungspunkte daf\u00fcr vergeben werden k\u00f6nnte, dass ich umsonst Sensibilisierungs- und Fortbildungsarbeit f\u00fcr h\u00f6rende leiste. Nach Danja\u2019s Weggang suchte ich nach einer Vertretung und war sehr dankbar, dass Ann-Reb Thomas so kurzfristig das Seminar \u00fcbernommen hat.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Das Seminar war eine Mischform zwischen Seminar und Austausch. Es gab Vortr\u00e4ge zu Anti-Ableismus in der Kunstpraxis. Ich merkte, dass das f\u00fcr viele Studierende wichtige Themen waren. Dann hatten wir dazu noch einen Lehrauftrag<sup>4<\/sup> von Iz Paehr und Ren Loren Britton von MELT<sup>5<\/sup> indem es auch darum geht, Access-Bedarfe zu checken, unabh\u00e4ngig davon, ob nur&nbsp; eine Person betroffen ist \u00fcberlegen sich alle: <em>Was brauche ich, um gut teilnehmen zu k\u00f6nnen? Was braucht es, um diesen Raum zug\u00e4nglich zu machen?<\/em> Das ist dann gleichzeitig eine indirekte Aufkl\u00e4rung \u00fcber diese Themen und das klappt ganz gut.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-3 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p class=\"is-style-more-info-paragraph\"><sup>4<\/sup>&nbsp;Siehe Vorlesungsverzeichnis:<a href=\"https:\/\/www.kunstimkontext.udk-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/WiSe24_25_Vorlesungsverzeichnis_1510.pdf\"> https:\/\/www.kunstimkontext.udk-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/WiSe24_25_Vorlesungsverzeichnis_1510.pdf<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-more-info-paragraph\">&nbsp;<sup>5<\/sup>Siehe Website von MELT: http:\/\/meltionary.com\/zeitgeber\/<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p><br><strong><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">L:<\/mark><\/strong> Das zeigt mal wieder, dass der Abbau von Barrieren allen zugutekommt. Und dass es so eine gro\u00dfe Bereicherung f\u00fcr <em>Kunst im Kontext <\/em>und der UdK Berlin ist, dass es jetzt diese Seminare und das Wissen hier gibt. Das haben wir dir und der AG zu verdanken!\u00a0<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">X:<\/mark><\/strong><\/strong> Ja, da wurde so ein Stein ins Rollen gebracht? Kann man so sagen.<br><br><strong><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">L:<\/mark><\/strong><\/strong> <strong>Ich kann nat\u00fcrlich nur \u00fcber die kurze Zeit erz\u00e4hlen, wo ich am Institut war, aber ich wei\u00df zum Beispiel von Frances Breden eine Freundin und ehemalige Kommilitonin, die auch Teil von Sickness Affinity Group ist, dass sie sich zum Beispiel w\u00e4hrend der Pandemie als Fachschaftsmitglied viele Denkanst\u00f6\u00dfe und Ideen in den Institutsrat getragen hat, wie Lehrveranstaltungen Barrierearmer gestaltet werde k\u00f6nnen.&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">X:<\/mark><\/strong> Ich wei\u00df von Kommiliton*innen aus der Theaterp\u00e4dagogik an der UdK, dass es da einige behinderte Studierende gab, die dort Abschluss gemacht und auch protestiert haben und sich dennoch dadurch nicht viel ver\u00e4ndert hat Da bekomme ich oft das Gef\u00fchl, dass diese hart erk\u00e4mpften Ver\u00e4nderungen nicht bleiben und frage ich mich, ob der ganze Einsatz und Kampf f\u00fcr Ver\u00e4nderungen nachhaltig ist. Hybridveranstaltungen zum Beispiel waren zu Coronazeit die L\u00f6sung, jetzt werden sie wieder nicht mehr geduldet.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">L:<\/mark><\/strong> Ja, das habe ich auch mitbekommen. Ich denke, dass es auch sehr kompliziert ist, diese Veranstaltungen hybrid zu veranstalten. Ich habe mich gefragt, ob es man nicht mehr Equipment h\u00e4tte kaufen k\u00f6nnen, welches Hybrid Veranstaltungen erleichtert h\u00e4tte.\u00a0 Ich habe mitbekommen, dass es heute noch Menschen am Institut, die diese M\u00f6glichkeit brauchen, auch online teilnehmen, weil das Infektionsrisiko zum Beispiel zu gro\u00df f\u00fcr sie ist oder weil es ihnen k\u00f6rperlich nicht m\u00f6glich ist.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was sollte sich an der UdK ver\u00e4ndern?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"1200\" src=\"https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Rundgang-2024-edited.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4883\" style=\"width:523px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Rundgang-2024-edited.jpg 1200w, https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Rundgang-2024-edited-150x150.jpg 150w, https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Rundgang-2024-edited-768x768.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">X:<\/mark><\/strong> Die Verantwortung f\u00fcr Aufkl\u00e4rungsarbeit darf nicht dauerhaft bei den betroffenen Studierenden liegen. Nat\u00fcrlich kann nicht jede*r mit allen Themen vertraut sein \u2013 das h\u00e4ngt von pers\u00f6nlichen Erfahrungen, sozialer Pr\u00e4gung und Zugang zu Wissen ab. Doch gerade dann braucht es die Bereitschaft, sich selbstst\u00e4ndig weiterzubilden und Verantwortung zu \u00fcbernehmen. Es reicht nicht, sich auf dem eigenen Nicht-Wissen auszuruhen. Diese zus\u00e4tzliche Last kostet uns Zeit und Energie, die wir eigentlich f\u00fcr unser Kunststudium br\u00e4uchten.<\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich lassen sich die Strukturen nicht \u00fcber Nacht \u00e4ndern und erste Schritte wurden bereits umgesetzt. Zum Beispiel gab es bereits zwei Workshops zu Audismuskritik am IfKiK, an dem&nbsp; viele Dozierende und Studierende teilgenommen haben. Das ist toll,&nbsp; dennoch muss sich noch mehr mit&nbsp; Barrieren auseinandergesetzt werden und das Wissen muss in Strukturen \u00fcberf\u00fchrt werden, damit die&nbsp; Verantwortung noch mehr verteilt wird und allen&nbsp; die M\u00f6glichkeit gegeben wird, zu lernen.<\/p>\n\n\n\n<p>Oft sind es Studierende, die zuerst auf Barrieren sto\u00dfen und diese dann an Lehrende herantragen. Doch dieser Kreislauf kann so nicht dauerhaft funktionieren. Lehrkr\u00e4fte m\u00fcssen sich st\u00e4rker einbringen, anstatt die Verantwortung zur\u00fcckzuspielen. Ich frage mich schon: F\u00fcr wen ist die UdK eigentlich da? In einem Studiengang wie <em>Kunst im Kontext<\/em> sollte die aktive Auseinandersetzung mit politischen, sozialen und inklusiven Themen selbstverst\u00e4ndlich sein. Dazu geh\u00f6rt auch, dass Taube und behinderte Studierende mitgedacht und mitgemeint werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt durchaus engagierte Lehrpersonen, und das sch\u00e4tze ich sehr. Doch was die UdK braucht, sind langfristige, barrierefreie Konzepte \u2013 Strukturen, die \u00fcber einzelne Personen hinaus wirken. Mein gr\u00f6\u00dfter Wunsch ist, dass die Ver\u00e4nderungen, die wir angesto\u00dfen haben, nicht mit uns enden, sondern weiter getragen und weiterentwickelt werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">L:<\/mark><\/strong> Ja, das sehe ich auch so. Positive Praxisbeispiel aus unserer Arbeit sind ja zum Beispiel der Access Rider, den du mit Danja gemeinsam geschrieben hast und der nun f\u00fcr andere Studierende durch das Vorlesungsverzeichnis zug\u00e4nglich ist oder der Code of Conduct, der f\u00fcr das Institut geschrieben wurde, welcher versucht unterschiedliche Barrieren zu ber\u00fccksichtigen (Dieses eher allgemeine Dokument wird erg\u00e4nzt durch access rider, welche von Studierenden, Mitarbeitenden und ggf. auch Lehrenden hinsichtlich der von ihnen erfahrenen Barrieren und im Hinblick auf die jeweils eigenen Bed\u00fcrfnisse formuliert werden.) Um diese Aufkl\u00e4rungsarbeit und Organisationsarbeit an der ganzen Uni in allen Studieng\u00e4ngen leisten zu k\u00f6nnen, braucht die UdK eine kompetente Person als Beauftragte f\u00fcr Studierende mit Behinderung und chronischen Erkrankungen, die auch die Ressourcen braucht, um solche Ver\u00e4nderungen strukturell in der Uni zu verankern. Daf\u00fcr muss die Uni, aber erstmal den Bedarf erkennen, welcher definitiv da ist, wenn man alleine diese Arbeit mit Access Rider erstmal anfangen w\u00fcrde g\u00e4be es schon genug zu tun f\u00fcr diese Person.&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><br><strong>Darauf haben wir mehrmals versucht aufmerksam zu machen, zum Beispiel in der letzten Sitzung des Akademischen Senats, aber wurden gebeten zu gehen, da wir in dieser Sitzung keine Erlaubnis haben zu sprechen, ohne festes Mitglied zu sein.<\/strong><br><\/p>\n\n\n\n<p><strong><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">X:<\/mark><\/strong><\/strong> Ja, leider, sind die&nbsp; R\u00e4ume, in denen wichtige Entscheidungen getroffen werden \u2013 zu denen ich theoretisch Zugang haben sollte, faktisch unzug\u00e4nglich. Zum einen, weil Zugangsbed\u00fcrfnisse dort keine Rolle spielen, sodass ich praktisch ausgeschlossen bin. Zum anderen, weil wir als betroffene Studierende dort anscheinend nicht erw\u00fcnscht sind.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">L:<\/mark><\/strong> Ja, ich denke, es ist wichtig zu betonen, dass wir Teil von Entscheidungen sein wollen, die uns als Studierende betreffen. Personen aus Initiativen, wie der AG ACCESS NOW! sollten eingeladen werden, die Universit\u00e4t mitzugestalten und solche Entscheidungen \u00fcber Personalauswahl mit zu gestalten. Ich hoffe, dass in Zukunft mehr mitgedacht wird und die Sitzungen etwas offener gestaltet werden.&nbsp;<\/strong><br><br><strong>Nun aber noch zu einem anderen Thema: Ich habe diese Woche in meinem Job als studentische Hilfskraft im B\u00fcro der Diversit\u00e4tsbeauftragten mein Wissen zum Thema Barriereabbau dokumentiert, damit es nicht verloren geht. Vor allem du hinterl\u00e4sst mit deiner Arbeit einen riesigen Wissensschatz f\u00fcr die UdK. Wie m\u00f6chtest du mit dem Wissen umgehen?&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">X:<\/mark><\/strong><\/strong> Die Idee ist aus meiner aktivistischen Arbeit entstanden und soll verhindern, dass Geschichten und K\u00e4mpfe von Studierenden vergessen werden. Unsere Erfahrungen, unsere Barrieren m\u00fcssen dokumentiert werden, sei es durch Interviews, Filme oder andere Formen. Ein solches Archiv macht diese Geschichten sichtbar und bewahrt sie nachhaltig. Ich hoffe, es inspiriert andere zu \u00e4hnlichen Projekten und sorgt daf\u00fcr, dass diese Themen st\u00e4rker mitgedacht werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">L:<\/mark><\/strong> Mit Danja hast du diesen Prozess die Barrieren, auf die du an der UdK gesto\u00dfen bist, auch angefangen, oder? Danja hat dich ermutigt, alles festzuhalten.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">X:<\/mark><\/strong><\/strong> Ja, ich habe dadurch erst verstanden, was Archivierung bedeuten kann. Fr\u00fcher wirkte das trocken auf mich, aber jetzt sehe ich, wie wichtig Erinnerungskultur ist, einen Raum zu schaffen f\u00fcr diese Geschichten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">L:<\/mark><\/strong> Ich bin gespannt, wie es l\u00e4uft und wie viele sich beteiligen. Vielen Dank f\u00fcr dieses sch\u00f6ne Interview!<br><\/strong><br><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">X:<\/mark><\/strong> Danke, dass du mich gefragt hast.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">L:<\/mark><\/strong> Hast du dich wohlgef\u00fchlt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">X:<\/mark><\/strong><\/strong> Ja, es war angenehm. Ohne Allys h\u00e4tte ich das Studium nicht weitergemacht. Danke an alle Allies.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">L:<\/mark><\/strong> Und danke dir f\u00fcr deinen Mut! Wir sind ein starkes Team.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">X:<\/mark><\/strong><\/strong> Eine Familie.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">L:<\/mark><\/strong> Ja! Wir leisten hiermit auch einen Beitrag zur Dokumentation.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">X:<\/mark><\/strong> <\/strong>Ja, und es wird nicht unser letzter sein!<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p class=\"is-style-more-info-paragraph has-background\" style=\"background-color:#e5e5e5\">Zum weiterlesen:<br>Die UN-Behindertenrechtskonvention ist ein internationales \u00dcbereinkommen, das die Rechte von Menschen mit Behinderungen sch\u00fctzt und deren gleichberechtigte Teilhabe an der Gesellschaft f\u00f6rdert. Siehe Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Die UN-Behindertenrechtskonvention,<a href=\"https:\/\/www.behindertenbeauftragter.de\/DE\/AS\/rechtliches\/un-brk\/un-brk-node.html\"> https:\/\/www.behindertenbeauftragter.de\/DE\/AS\/rechtliches\/un-brk\/un-brk-node.html<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p class=\"qtranxs-available-languages-message qtranxs-available-languages-message-en\">Sorry, this entry is only available in <a href=\"https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4833\" class=\"qtranxs-available-language-link qtranxs-available-language-link-de\" title=\"Deutsch\">Deutsch<\/a>.<\/p>\n<p>Ein reflektierendes Gespr\u00e4ch mit den Freund*innen Xenia D\u00fcrr (Fak.1 &#8211; Kunst im Kontext) und Lilli Hellmons (Alum. Fak.1 &#8211; Kunst im Kontext) \u00fcber ihr politisches Engagement an der UdK Berlin im Bereich ihrer Arbeit in der AG ACCESS NOW!<\/p>\n","protected":false},"author":13,"featured_media":4838,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_eb_attr":"","footnotes":""},"categories":[13,12,9,1,11],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4833"}],"collection":[{"href":"https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/13"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4833"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4833\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4889,"href":"https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4833\/revisions\/4889"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4838"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4833"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4833"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4833"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}