{"id":316,"date":"2020-07-02T11:44:00","date_gmt":"2020-07-02T09:44:00","guid":{"rendered":"https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/policy-fuer-chancen-2\/"},"modified":"2021-07-15T12:02:07","modified_gmt":"2021-07-15T10:02:07","slug":"policy-fuer-chancen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/en\/policy-fuer-chancen\/","title":{"rendered":"Eine Policy f\u00fcr wirkliche Chancen"},"content":{"rendered":"<p class=\"qtranxs-available-languages-message qtranxs-available-languages-message-en\">Sorry, this entry is only available in <a href=\"https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/316\" class=\"qtranxs-available-language-link qtranxs-available-language-link-de\" title=\"Deutsch\">Deutsch<\/a>.<\/p><p class=\"is-style-intro-paragraph\">Im Hochschulvertrag mit dem Senat Berlin wurde 2016 festgelegt, dass alle Universit\u00e4ten eine Diversity Policy erarbeiten m\u00fcssen. Durch sie soll sichergestellt werden, dass an Universit\u00e4ten ein wertsch\u00e4tzender Umgang mit Diversity gepflegt und Diskriminierungen jeglicher Form entgegengewirkt wird. An der Universit\u00e4t der K\u00fcnste in Berlin ging der Auftrag zur Erarbeitung der Policy f\u00fcr die Hochschule an die St\u00e4ndige Kommission f\u00fcr Chancengleichheit. Die Mitglieder Tashy Endres, Maja Figge und Claudia Hummel erz\u00e4hlen im Interview von den Zielen und Herausforderungen dabei.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-interview-name\">Annina Bachmeier<\/p>\n\n\n\n<p>Wie geht ihr vor, um die Diversity Policy f\u00fcr die UdK zu erarbeiten?&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-interview-name\">TASHY ENDRES<\/p>\n\n\n\n<p>Wir haben uns innerhalb der Kommission f\u00fcr Chancengleichheit zu einer Arbeitsgruppe zusammengeschlossen, der AG Critical Diversity, um den Prozess gezielt und konzentriert voranzubringen. Ihr geh\u00f6ren neben Claudia Hummel, Maja Figge und mir Mathilde ter Heinje, Samara Hammud, Katrin K\u00f6ppert und Anne Merle Krafeld an. In dieser AG Critical Diversity haben wir in Bezug auf die Policy recherchiert, wie die Policies anderer Universit\u00e4ten aussehen und daraus einen Anfangsfahrplan erarbeitet. Uns ist aufgefallen, dass es beim Thema Perspektivenvielfalt vor allem wichtig ist, herauszufinden, welchen Bedarf es an der UdK \u00fcberhaupt gibt. Wir wollen das als hochschulweiten kollektiven Prozess gestalten. Das Thema soll an der Uni in Gespr\u00e4chen und Diskussionen er\u00f6rtert werden, so k\u00f6nnen wir am besten die Bedarfe in den verschiedenen Statusgruppen und&nbsp; Fachbereichen herausfinden und die Problemfelder gezielt benennen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-interview-name\">MAJA FIGGE<\/p>\n\n\n\n<p>Gleichzeitig ist uns wichtig, dass das Thema Diversit\u00e4t und Antidiskriminierung mit der Policy eine \u00d6ffentlichkeit und Sensibilisierung erreicht, damit mehr Menschen als nur die Betroffenen dar\u00fcber reden. Wir haben uns an der UdK mit vielen Menschen vernetzt, die sich mit diesen Themen besch\u00e4ftigen, unter Anderem dem International Office, dem Studium Generale, der Frauenbeauftragten, der Projektgruppe Intersectional Matter, dem AStA Referat f\u00fcr Interkulturelles und Antidiskriminierung. Mit Ihnen zusammen haben wir einen Rat f\u00fcr Vielfalt und Gleichberechtigung an der UdK gegr\u00fcndet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-interview-name\">Annina Bachmeier<\/p>\n\n\n\n<p>Gibt es konkrete Umsetzungspl\u00e4ne, damit die Inhalte der Policy wirklich in der Universit\u00e4t ankommen und nicht nur Worte auf einem Papier bleiben?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-interview-name\">TASHY ENDRES<\/p>\n\n\n\n<p>Gerade haben wir noch keinen kompletten \u00dcberblick, \u00fcber das, was gebraucht wird. Da gibt es noch L\u00fccken, die wir in Gespr\u00e4chen, vor allem mit den m\u00f6glichen diskriminierten Gruppen selbst, schlie\u00dfen m\u00fcssen. Es handelt sich zum Beispiel um Fragen wie: haben Trans-Studierende eine selbstverst\u00e4ndliche Zug\u00e4nglichkeit f\u00fcr die gesamte Universit\u00e4t? Wie viele Professor*innen mit Arbeiter*innenhintergrund gibt es eigentlich an der Universit\u00e4t? Oder wie k\u00f6nnen H\u00fcrden f\u00fcr Studierende abgebaut werden, deren erste Sprache nicht Deutsch ist.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr uns geht es um Diversit\u00e4t, damit meinen wir aber nicht einen unkritischen \u201cbunten Kessel\u201doder Management-Konzepte, sondern das Erkennen und Benennen struktureller Diskriminierungen und das Entwickeln von gezielten Ma\u00dfnahmen dagegen. Als eine konkrete Ma\u00dfnahme w\u00e4re es unserer \u00dcberlegung nach sinnvoll, eine Beratungsstelle f\u00fcr Antidiskriminierung einzurichten, an die man sich bei Problemen und Diskriminierungserfahrungen an der UdK wenden kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-interview-name\">CLAUDIA HUMMEL<\/p>\n\n\n\n<p>Man muss auch bedenken, das wir uns an der UdK als Kunsthochschule, bewusst sein m\u00fcssen, dass neben den verschiedenen&nbsp; Dimensionen wie Gender, Trans-\/Intersexualit\u00e4t, Rassifizierung, sexuelle Identit\u00e4t, Klasse, soziale Herkunft, Behinderung, Alter, Religion, Weltanschauung und Intersektionalit\u00e4t, auch noch weitere Ausschlussmechanismen hinzukommen k\u00f6nnen. Unreflektierte Kunst- oder Bildungsbegriffe zum Beispiel, die identifiziert werden m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-interview-name\">Annina Bachmeier<\/p>\n\n\n\n<p>Was kann man sich unter einem unreflektierten Einsatz von Kunstbegriffen vorstellen?&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-interview-name\">CLAUDIA HUMMEL<\/p>\n\n\n\n<p>In der Schweiz gibt es die Studie&nbsp;<em>Art School Differences<\/em>. An drei Schweizer Kunsthochschulen wurde erforscht, welche Diskriminierungsformen an den Kunsthochschulen eine Rolle spielen k\u00f6nnen. In Bezug zu Aufnahmepr\u00fcfungen f\u00fcr Musikstudien hat sich beispielsweise herausgestellt, dass Menschen, die in einem musikalischen Raum aufgewachsen sind, in dem man sich nicht, wie in Europa, an der Zw\u00f6lftonleiter orientiert, viel leichter durch die Pr\u00fcfungen&nbsp;f\u00fcr Geh\u00f6rbildung fallen, weil sie sich musikalisch in einem anderen Kontext bewegen. Sie k\u00f6nnen daf\u00fcr Viertelt\u00f6ne h\u00f6ren, die viele Europ\u00e4er*innen nicht gelernt haben zu h\u00f6ren. Da taucht eine eurozentristische Idee von F\u00e4higkeit im Bereich Musik auf, die f\u00fcr alle Leute, die in einem anderen musikalischen Raum als dem europ\u00e4ischen sozialisiert wurden, diskriminierend ist.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-interview-name\">MAJA FIGGE<\/p>\n\n\n\n<p>Allgemein sind diese Aufnahmeverfahren an den Kunsthochschulen von einem Begabungsbegriff gepr\u00e4gt, der von eurozentrischen Grunds\u00e4tzen und Vorstellungen ausgeht, die nicht immer hinterfragt werden. Wie und auf welcher Grundlage soll gemessen werden, wer begabt ist und wer nicht? Dadurch w\u00fcrden in Zukunft die Aufnahmeprozesse vielleicht neu gestaltet werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-interview-name\">Annina Bachmeier<\/p>\n\n\n\n<p>Welche Ans\u00e4tze gibt es, um Personen aus minorisierten Gruppen zu erreichen, denen es oft an Selbstbewusstsein fehlt, sich an Kunsthochschulen wie der UdK \u00fcberhaupt zu bewerben?&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-interview-name\">CLAUDIA HUMMEL<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei spielt der Auftritt der UdK nach au\u00dfen eine gro\u00dfe Rolle. Wo taucht die UdK auf, in welchem Kontext, welcher Bild- und Sprachpolitik bedient sie sich bei ihrem Auftritt. In welchen R\u00e4umen finden Begegnungen statt, wie und wo k\u00f6nnen Sch\u00fcler*innen erfahren, dass man an der UdK studieren kann. Das muss in den Ma\u00dfnahmen f\u00fcr Diversit\u00e4t noch weiter ausgebaut werden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-interview-name\">TASHY ENDRES<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kommunikation nach au\u00dfen und damit das Anziehen diverserer Bewerber*innen muss mit einem diskriminierungssensiblen und immer wieder neu zu reflektierenden Auswahlverfahren einhergehen. Wenn wir Leuten vermitteln, dass sie Chancen haben, der Auswahlprozess aber nicht die entwickelten Grunds\u00e4tze aus der Policy Struktur \u00fcbernimmt, ist das auch wieder problematisch.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-interview-name\">MAJA FIGGE<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist wichtig, dass bei den Lehrenden, Professor*innen und wissenschaftlichen und k\u00fcnstlerischen Mitarbeiter*innen eine aktivere Suche nach einer inklusiveren Einstellungspolitik stattfindet. Sodass die Studierenden \u00fcberhaupt Leute haben, mit denen sie sich identifizieren k\u00f6nnen, die ihre eigene Geschichte repr\u00e4sentieren. Ziel w\u00e4re, dass sich die gesamte Gesellschaft in der Kunsthochschule widerspiegelt, nicht nur ein kleiner privilegierter Teil.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p class=\"qtranxs-available-languages-message qtranxs-available-languages-message-en\">Sorry, this entry is only available in <a href=\"https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/316\" class=\"qtranxs-available-language-link qtranxs-available-language-link-de\" title=\"Deutsch\">Deutsch<\/a>.<\/p>\n<p>Im Hochschulvertrag mit dem Senat Berlin wurde 2016 festgelegt, dass alle Universit\u00e4ten eine Diversity Policy erarbeiten m\u00fcssen. Durch sie soll sichergestellt werden, dass an Universit\u00e4ten ein wertsch\u00e4tzender Umgang mit Diversity gepflegt und Diskriminierungen jeglicher Form entgegengewirkt wird. An der Universit\u00e4t der K\u00fcnste in Berlin ging der Auftrag zur Erarbeitung der Policy f\u00fcr die Hochschule an die St\u00e4ndige Kommission f\u00fcr Chancengleichheit. 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