{"id":2801,"date":"2023-11-01T11:11:54","date_gmt":"2023-11-01T10:11:54","guid":{"rendered":"https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/?p=2801"},"modified":"2024-01-09T03:16:30","modified_gmt":"2024-01-09T02:16:30","slug":"recognizing-barriers-der-aktionstag-in-der-kritik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/en\/recognizing-barriers-der-aktionstag-in-der-kritik\/","title":{"rendered":"Recognizing barriers: Der Aktionstag in der Kritik"},"content":{"rendered":"<p class=\"qtranxs-available-languages-message qtranxs-available-languages-message-en\">Sorry, this entry is only available in <a href=\"https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2801\" class=\"qtranxs-available-language-link qtranxs-available-language-link-de\" title=\"Deutsch\">Deutsch<\/a>.<\/p><p><\/p>\n<h5><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Am_05_Dezember_2022_fand_der_Aktionstag_Recognizing_barriers_an_der_Universitat_der_Kunste_statt_Die_in_diesem_Artikel_aufgearbeitete_kritische_Reflexion_des_Programms_erfolgte_durch_den_Kunstler_und_Kunstvermittler_Dirk_Sorge_Grundungsmitglied_von_Berlinklusion_mit_dem_Schwerpunkt_auf_Barriereabbau_und_inklusiver_Praxis_im_Kulturbereich_und_der_Schwarzen_intersektional_verwobenen_Kunstlerin_Lahya_Stefanie-Lahya_Aukongo_deren_kunstlerische_Inhalte_sich_um_die_Themen_Privilegien_Dekolonisierung_Heilung_individuelle_sowie_kollektive_Liebe_und_Verletzlichkeit_spannen\"><\/span>Am 05. Dezember 2022 fand der Aktionstag Recognizing barriers an der Universit\u00e4t der K\u00fcnste statt. Die in diesem Artikel aufgearbeitete, kritische Reflexion des Programms erfolgte durch den K\u00fcnstler und Kunstvermittler Dirk Sorge, Gr\u00fcndungsmitglied von Berlinklusion, mit dem Schwerpunkt auf Barriereabbau und inklusiver Praxis im Kulturbereich, und der Schwarzen, intersektional verwobenen K\u00fcnstlerin Lahya (Stefanie-Lahya Aukongo), deren k\u00fcnstlerische Inhalte sich um die Themen Privilegien, Dekolonisierung, Heilung, individuelle sowie kollektive Liebe und Verletzlichkeit spannen.<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h5>\n<div class=\"page\" title=\"Page 1\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Unter dem Titel <em>Recognizing barriers<\/em> versammelten das studentische Kuratorium, bestehend aus Vivian Chan, Lui\u0308za Luz und Chris McWayne, sowie der Vizepra\u0308sidentin Ariane Je\u00dfulat und dem ehemaligen Diversita\u0308ts- und Antidiskriminierungsbeauftragter Mutlu Ergu\u0308n-Hamaz kritische Stimmen und erma\u0308chtigende Strategien zur Beka\u0308mpfung systemischer intersektionaler Diskriminierung in einem Aktionstag fu\u0308r Studierende, Lehrende und Interessierte.<\/p>\n<p>Die Aufschrift des Veranstaltungsplakats \u201eBarrieren, die wir sehen, sind Barrieren, die wir beka\u0308mpfen ko\u0308nnen\u201c unterstreicht die Relevanz der Benennung von Hu\u0308rden, um ihnen entgegenwirken zu ko\u0308nnen, und impliziert sogleich die Schwierigkeit, die dem titelgebenden Anliegen anhaftet: Was fu\u0308r manche Ko\u0308rper als Schranke spu\u0308rbar wird, bleibt anderen verborgen.<\/p>\n<p>Doch was bedeutet es, wenn Barrieren Ausschlu\u0308sse produzieren, wenn ihre Widersta\u0308ndigkeit erho\u0308hte Krafteinwirkung erforderlich macht und folglich diese Perspektiven zu gro\u00dfen Teilen am Rande verbleiben? Im Zuge des Aktionstages sollte der Thematik Barriere(-freiheit) \u2013 ausgehend von der Erkenntnis, dass die UdK Berlin nicht frei von intersektionaler Diskriminierung ist \u2013, durch den Einblick in unterschiedliche Lebensrealita\u0308ten und durch Kritik an bestehenden Barrieren begegnet werden.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"page\" title=\"Page 1\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Den Programmauftakt am Hochschulu\u0308bergreifenden Zentrum Tanz Berlin (HZT) in den Ufer Studios gab die Ku\u0308nstlerin Gugulethu A. Duma mit ihrem Begru\u0308\u00dfungsworkshop <em>Awakening Senses<\/em>, in dem sich die Teilnehmenden einander u. a. u\u0308ber eine von ihnen selbstgewa\u0308hlte Geste vorstellten, die als Begru\u0308\u00dfung durch die u\u0308brigen Anwesenden imitiert wurde. Das anschlie\u00dfende Panel mit Nanna Lu\u0308th (AG Critical Diversity), Sandrine Micosse\u0301-Aikins (Diversity Arts Culture), Sophia Neises, Ahmed Shah (Theater X) und Christian Schmidts (UdK Berlin) diskutierte unter dem Titel <em>Recognizing What?! Was (an-)erkannt wird, kann auch vera\u0308ndert werden?<\/em><\/p>\n<p>Im Hauptgeba\u0308ude an der Hardenbergstra\u00dfe wurde das Programm durch ku\u0308nstlerische Interventionen und Workshops fortgefu\u0308hrt. Die Gruppe <em>Eine Krise bekommen<\/em>, bestehend aus Studierenden der Fakulta\u0308t Gestaltung, versammelte in ihrer interaktiven Installation <em>We are sorry to inform you &#8230;<\/em> kollektiv Ablehnungsgru\u0308nde fu\u0308r die Aufnahme eines ku\u0308nstlerischen Studiums. Sie reagierte damit auf die ja\u0308hrlich verschickten Ablehnungsbescheide, die tausenden Bewerber*innen den Zugang zu Kunsthochschulen verwehren und eine unsichtbare Mauer an Ausschlussmeachnismen und Diskrimierungen bilden. Der Workshop <em>Embodying Vision<\/em> mit Dr. Aki Krishnamurthy fu\u0308r BIPoC FLINTA* lud dazu ein sich u\u0308ber U\u0308bungen aus der Ko\u0308rperarbeit mit der eigenen Kraft, mit Wu\u0308nschen und Visionen zu verbinden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"page\" title=\"Page 1\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<h5><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Alles_selbstverstandlich_%E2%80%93_fur_wen\"><\/span>Alles selbstversta\u0308ndlich \u2013 fu\u0308r wen?<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h5>\n<p>Worte finden<br \/>\nMenschen\u00b9<\/p>\n<p>Alles selbstversta\u0308ndlich<br \/>\nfu\u0308r wen?<br \/>\nIch bin frustriert, erscho\u0308pft<br \/>\nschon nach 19 Minuten<br \/>\nKein Juhu, nur Unmut<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 2\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Fu\u0308r wen? Wer darf? Wer fehlt?<br \/>\nIch mo\u0308chte schreien<br \/>\nLiebe fu\u0308r die Ungesehenen<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"page\" title=\"Page 2\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Lahyas Gedicht, das im Zuge des Begru\u0308\u00dfungsworkshops entstanden ist, hallt nach. Ihre Worte markieren den Anfang eines eindringlichen Gespra\u0308chs u\u0308ber Barrierefreiheit an der UdK Berlin, das neben Wertscha\u0308tzung fu\u0308r die Bemu\u0308hungen um die Gestaltung eines Aktionstages, die liebevolle Atmospha\u0308re, wie Lahya sie beschreibt, und die Menschen, die dem Tag mit Offenheit und Interesse begegnet sind, auch deutliche Kritik verlauten la\u0308sst. Ihr Gedicht erinnert uns eindru\u0308cklich daran, dass Barrieren direkten Einfluss auf das menschliche Erleben nehmen und ist erneut Appell, die Bedu\u0308rfnisse und Erfahrungen derjenigen anzuerkennen und anzugehen, die auf sie sto\u00dfen.<\/p>\n<p>Der Beginn des Aktionstages mit der Ku\u0308nstlerin Gugulethu A. Duma wirft fu\u0308r Lahya bereits zentrale Fragen auf: \u201eEs fehlten ganz viele Sachen, wo ich auf einmal merkte, so, oh mein Gott, welche Ko\u0308rper werden mitgedacht? Wie werden nicht-sehende oder blinde Menschen mitgedacht, wie werden Menschen mitgedacht, die vielleicht der englischen Sprache nicht ma\u0308chtig sind, obwohl es natu\u0308rlich eine U\u0308bersetzung und eine Flu\u0308steru\u0308bersetzung gibt?\u201c Dirk Sorge macht deutlich, dass es einen Unterschied gibt zwischen der Auseinandersetzung mit und dem tatsa\u0308chlichen Erleben von Barrieren, wenn er teilt, dass auch fu\u0308r ihn im Zuge des Programmauftakts bereits \u201eeine oder mehr Barrieren\u201c entstanden sind.<\/p>\n<p>Fu\u0308r Dirk Sorge ergab sich daraus die Frage nach dem beabsichtigten Publikum der Veranstaltung, die fu\u0308r ihn bis zum Ende unbeantwortet blieb: \u201e,Der Tag wird gro\u0308\u00dftenteils auf Englisch stattfinden\u2019, ja, welche Teile denn? Wann macht es Sinn fu\u0308r mich, zu kommen? Das ist eine Information, die mehr Fragen aufwirft als Planungssicherheit gibt. Das ist halt das Grundding, ihr mu\u0308sst transparent sein, damit Menschen mit Behinderung oder auch andere Personen u\u0308berhaupt im Vorfeld genug Informationen haben, um entscheiden zu ko\u0308nnen, ob sie mitmachen wollen und dann mu\u0308sst ihr die Informationen in die Kana\u0308le streuen, die auch genutzt werden.\u201c<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 2\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Es geht dabei um die Intransparenz wichtiger Informationen, die in Unklarheiten u\u0308ber die sprachliche und physische Zuga\u0308nglichkeit der einzelnen Programmteile, der Verfu\u0308gbarkeit von Geba\u0308rdensprachdolmetscher*innen und nicht zuletzt im (Nicht-)Wissen um die Veranstaltung selbst als Barriere fu\u0308r Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen und Sprachkenntnissen wirksam wird. So wurden relevante Communities nicht angesprochen, die mo\u0308glicherweise bei ausreichender Informationslage in den Aktionstag mit eingebunden ha\u0308tten werden ko\u0308nnen, erkla\u0308rt Lahya. Dirk Sorge besta\u0308tigt, dass er als bereits in der Kunst- und Diversita\u0308tsszene aktive Person ohne seine eigene Initiative mo\u0308glicherweise gar nicht von dem Aktionstag erfahren ha\u0308tte und wirft damit Fragen zur O\u0308ffentlichkeitsarbeit der Hochschule auf.<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 2\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Sein konkreter Vorschlag: \u201eEgal ob Menschen mit Behinderung kommen oder nicht \u2013 wir vero\u0308ffentlichen einfach u\u0308ber jeden Veranstaltungsort die Barrierefreiheitsbedingungen. In welchem Stockwerk findet das Event statt, in welchen Ra\u0308umen, Wegbeschreibungen. Die UdK gibt&#8217;s jetzt ja auch schon ein paar Ja\u0308hrchen, das ha\u0308tte man bereits fu\u0308r die jeweiligen Standorte entwickeln ko\u0308nnen. Das sollte es einfach geben und immer, wenn man eine Veranstaltung plant, wird das eben mitgeschickt, ohne dass man wei\u00df, welche Person welche Bedarfe hat. Genauso wie ich keine Veranstaltung vero\u0308ffentlichen wu\u0308rde, ohne dass da ein Datum dabei steht.\u201c Lahya unterstreicht im Zuge der Kritik noch einmal die Relevanz von Multiperspektive durch \u201ecritical friends\u201c innerhalb der Planung und Organisation einer Veranstaltung, um Ausschlu\u0308sse zu verhindern.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"page\" title=\"Page 2\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>In puncto O\u0308ffentlichkeitsarbeit fordern beide insgesamt weitaus mehr Offensive, um \u201edie Blase der elita\u0308ren Academia\u201c zum Platzen zu bringen, sodass zudem keine unno\u0308tigen Barrieren fu\u0308r Menschen entstehen, die nicht zum Dunstkreis der UdK Berlin geho\u0308ren, sich aber potentiell fu\u0308r ein Studium an der Hochschule interessieren. \u201eDass es nicht einfach mo\u0308glich ist zu sagen, bewerbt euch doch alle, ihr ko\u0308nnt euch doch alle bewerben, wir sind doch eine freie Uni, wir sind doch sichtbar fu\u0308r alle, sondern, ja, da sind so viele Barrieren, die erstmal abgebaut werden mu\u0308ssen und die mu\u0308ssen angeschaut werden\u201c, erga\u0308nzt Lahya.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Leerstellen_und_Abwesenheiten\"><\/span>Leerstellen und Abwesenheiten<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h5>\n<p>Auch das Vormittagspanel legte problematische Aspekte offen. \u201eDas Panel und der Tag waren fu\u0308r mich wie eine Zeitmaschine. Ich fu\u0308hle mich wie im Jahr 2012 und nicht 2022. Alle diese Themen ha\u0308tten wir vor zehn Jahren genauso besprechen ko\u0308nnen und haben wir teilweise auch, aber offenbar hat die UdK die letzten 10 Jahre gepennt, ich kann mir das nicht anders erkla\u0308ren\u201c, kritisiert Dirk Sorge die Tra\u0308gheit des Wandels innerhalb der Hochschule. Lahya fehlte die Radikalita\u0308t: \u201eWie ko\u0308nnen wir Dinge von der Wurzel her vera\u0308ndern? Wie ko\u0308nnen wir da noch kraftvoller werden?\u201c<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"page\" title=\"Page 2\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<div class=\"page\" title=\"Page 3\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Insgesamt unterstreicht sie die Relevanz, auch die teils unsichtbaren Hindernisse sowie Abwesenheiten und Leerstellen in den Bemu\u0308hungen um Diversita\u0308t und Inklusion an Hochschulen zu identifizieren, wenn sie fragt: \u201eWer fehlte da eigentlich auf der Bu\u0308hne heute, wer fehlte in der Diskussion? Natu\u0308rlich ko\u0308nnen wir nicht bis ins Hundertstel alle Leute aufmachen, aber wir ko\u0308nnen sie zumindest erwa\u0308hnen oder sichtbar machen, wie den Platz hier unserer Ahninnen [verweist auf den leeren Stuhl neben Mutlu Ergu\u0308n-Hamaz].\u201c Es geht darum, ein erweitertes Versta\u0308ndnis von Barrieren zu entwickeln, sie zu benennen und transparent zu machen, um eine umfassende und inklusive Bildungslandschaft zu schaffen. Trans Personen oder Personen mit Fluchterfahrung in der Universita\u0308t nicht ausreichend zu beru\u0308cksichtigen, kann als eine Form der Barriereunfreiheit betrachtet werden. Hierbei wird erneut deutlich, dass Barrieren nicht nur physischer Natur sein ko\u0308nnen, sondern auch soziale, kulturelle und institutionelle Aspekte umfassen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Von_unten_und_von_oben\"><\/span>Von unten und von oben<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h5>\n<p>\u201eWo sind eigentlich die ganzen Dekan*innen und Menschen, die doch eigentlich heute auch hier sein ko\u0308nnen, sollen, mu\u0308ssen?\u201c Die Frage nach Abwesenheiten wird auch beim Blick durch den Raum noch einmal auf andere Weise laut \u2013 der Konzertsaal an der Hardenbergstra\u00dfe ist spa\u0308rlich gefu\u0308llt, neben dem Pra\u0308sidenten der UdK Berlin Norbert Palz und Vize-Pra\u0308sidentin Ariane Je\u00dfulat sind nicht viele Leitungspersonen gekommen. Dirk Sorge betont die Notwendigkeit einer klaren institutionellen Verpflichtung zur Barrierefreiheit und fu\u0308hrt an, dass Weiterbildung und Sensibilisierung nicht optional sein sollten, sondern als Pflichtveranstaltungen etabliert werden mu\u0308ssen. Er hebt hervor, wie grundlegend es ist, in Stellenausschreibungen die Bedeutung von Barrierefreiheit und Diversita\u0308t zu betonen. Daru\u0308ber hinaus wirft er einen Blick auf Auswahlgremien sowie die Besetzung von Professuren und argumentiert fu\u0308r mehr Diversita\u0308t in diesen Bereichen, fordert Schulungen, um Stereotype und Vorurteile in Auswahlverfahren zu erkennen und zu u\u0308berwinden.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"page\" title=\"Page 3\">\n<div class=\"page\" title=\"Page 3\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<div class=\"page\" title=\"Page 3\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>\u201eIm Bereich Gestaltung wa\u0308re es wichtig zu sagen, okay, wir nehmen jetzt ins Curriculum Barrierefreiheit als Pflichtmodul auf, alle Gestalter*innen, Architekt*innen mu\u0308ssen das quasi einmal im Studium thematisiert haben\u201c, schla\u0308gt er weiter vor. Dabei ist beiden jedoch bewusst, dass diese Transformationsbemu\u0308hungen nicht lediglich \u201evon unten\u201c kommen ko\u0308nnen: \u201eMan kann an so vielen Stellen ansetzen, aber dabei ist immer die Frage, ist die Leitung an Bord? Sind die Personen an Bord, die das entscheiden ko\u0308nnen?\u201c, verdeutlicht Dirk Sorge die Verzahnung einer Umsetzung von Ma\u00dfnahmen und tiefgreifender, struktureller Transformation mit einem Bewusstseinswandel auch oder vor allem in den Reihen von Leitungspersonen.<\/p>\n<p>Lahyas U\u0308berlegungen zeichnen ein a\u0308hnliches Bild: \u201eIch habe die Hoffnung, dass solche Institutionen verstehen, dass sie wirklich ihre Pla\u0308tze frei machen mu\u0308ssen, dass sie wirklich neu denken mu\u0308ssen, dass sie ihren Lehrplan vera\u0308ndern mu\u0308ssen und dass Leute an die Pla\u0308tze kommen, die vielleicht die letzten fu\u0308nfhunderttausendmillionen Jahre nicht an den Pla\u0308tzen waren. Dinge mal wirklich zu vera\u0308ndern und wirklich mal zu gucken: Warum sitze ich hier eigentlich? Was ist mein Privileg, dass ich hier sitzen darf? Und wessen Platz besetze ich hier gerade?\u201c<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 3\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<h5 class=\"column\"><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Sara_Ahmeds_%E2%80%9Ebrick_wall%E2%80%9C\"><\/span>Sara Ahmeds \u201ebrick wall\u201c<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h5>\n<div>\n<p>Inmitten der Reflexion der Respondenzen zu den Herausforderungen und Fortschritten in den Transformationsbemu\u0308hungen dra\u0308ngt sich eine philosophische Reflexion auf, die sich auf die Worte von Sara Ahmed stu\u0308tzt. Ahmed, eine bekannte Theoretikerin im Bereich der Queer Studies, beschreibt die Anstrengungen um mehr Diversita\u0308t als ein Kopf-gegen-die-Wand-Erlebnis und veranschaulicht auf eindru\u0308ckliche Weise, wie es sich anfu\u0308hlen kann, Welten fu\u0308r jene zuga\u0308nglich zu machen, die historisch von ihnen ausgeschlossen wurden. Die Wand, die Ahmed als \u201ebrick wall\u201c beschreibt, repra\u0308sentiert dabei die Hindernisse und Widersta\u0308nde, die in der Diversita\u0308tsarbeit als eine physische und emotionale Erfahrung der Beharrlichkeit wirksam werden und zugleich Normen und Hierarchien aufrechterhalten, die sich in realen Strukturen und Praktiken manifestieren.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"page\" title=\"Page 4\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Wenn wir ihre Perspektive einbeziehen, wird deutlich, dass diejenigen, die in der Diversita\u0308tsarbeit engagiert sind, nicht nur gegen institutionelle Barrieren ka\u0308mpfen, sondern auch gegen ein tief verwurzeltes System, das Vera\u0308nderungen oft hartna\u0308ckig widersteht.<\/p>\n<p>Der Weg zur Vera\u0308nderung ist zweifellos mu\u0308hsam, aber von entscheidender Bedeutung. Die UdK Berlin wie auch andere Hochschulen mu\u0308ssen ihre Strategien u\u0308berdenken und aktiv daran arbeiten, Barrieren abzubauen und vielfa\u0308ltige Perspektiven zu repra\u0308sentieren.<\/p>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00b9 Dieses und folgende Zitate sind der internen Videoaufzeichnung des Panels entnommen.<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 4\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>Quellen:<\/p>\n<p>Feministkilljoys (2014b): <em>Hard<\/em>, [online] <a href=\"https:\/\/feministkilljoys.com\/\">https:\/\/feministkilljoys.com\/ 2014\/06\/10\/hard\/<\/a>.<\/p>\n<p><em>Day of Action:<\/em> Recognizing Barriers, 05.12.2022, Universita\u0308t der Ku\u0308nste Berlin (o. D.): [online]<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.udk-berlin.de\/universitaet\/diversitaet-und-antidiskriminierung\/aktionstag\/\">https:\/\/ www.udk-berlin.de\/en\/university\/translate-to-english-diversitaet-und-antidiskriminierung\/translate-to-english- aktionstag-recognizing-barriers\/<\/a>.<\/p>\n<p>Videoaufzeichnung des Aktionstags <em>Recognizing barriers<\/em><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p class=\"qtranxs-available-languages-message qtranxs-available-languages-message-en\">Sorry, this entry is only available in <a href=\"https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2801\" class=\"qtranxs-available-language-link qtranxs-available-language-link-de\" title=\"Deutsch\">Deutsch<\/a>.<\/p>\n<p>Am 05. Dezember 2022 fand der Aktionstag Recognizing barriers an der Universit\u00e4t der K\u00fcnste statt. Die in diesem Artikel aufgearbeitete, kritische Reflexion des Programms erfolgte durch den K\u00fcnstler und Kunstvermittler Dirk Sorge, Gr\u00fcndungsmitglied von Berlinklusion, mit dem Schwerpunkt auf Barriereabbau und inklusiver Praxis im Kulturbereich, und der Schwarzen, intersektional verwobenen K\u00fcnstlerin Lahya (Stefanie-Lahya Aukongo), deren k\u00fcnstlerische Inhalte sich um die Themen Privilegien, Dekolonisierung, Heilung, individuelle sowie kollektive Liebe und Verletzlichkeit spannen.<\/p>\n","protected":false},"author":13,"featured_media":2803,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_eb_attr":"","footnotes":""},"categories":[13,12,9,1,11],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2801"}],"collection":[{"href":"https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/13"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2801"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2801\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2810,"href":"https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2801\/revisions\/2810"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2803"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2801"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2801"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/criticaldiversity.udk-berlin.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2801"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}